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Stefanie Rufle
Name: Stefanie Rufle
Nickname: 'Steffi'
Jahrgang: 1971
Position: Leitende Redakteurin
Bereich: Kino / DVD, Biographien
Bevorzugte Genres: Epos, Krimi, Bio-Pic, Drama, Tragik-Komödie, Horror, Satire, Psycho-Thriller
Kontakt-Email: 'stefanie.rufle (at) moviesection.de'
Moviesection.de-Interview mit 'Steffi'
„Tatsächlich ... Liebe" gehört zu
deinen Lieblingsfilmen. Hast du es gerne schnulzig und kitschig?
"Tatsächlich ... Liebe" eine Schnulze? Ich kann an dem Film nichts
kitschiges finden. Klar, es geht um die Liebe und ihre diversen Auswüchse.
Aber gleichzeitig steckt da noch so viel mehr drin...
Du bist eindeutig der Dramentyp und hast fast alle deine
Sonderwertungen an dieses Genre vergeben. Was ist für dich eine gute Komödie
und warum bekommen solche Filme von dir nie Sonderwertungen?
Stimmt,
das war mir eigentlich noch gar nie so richtig bewusst. Einem Film die Sonderwertung
zu geben ist für mich immer eine
sehr subjektive Entscheidung, die ich eher aus dem Bauch raus treffe.
Immer dann, wenn ein Film mich besonders berührt und mich
noch lange danach bewegt, bekommt er die Sonderwertung. Das ist
eben meistens bei einem Drama der Fall. Das heißt aber nicht,
dass ich Komödien nicht mag, da gibt es eine ganze Menge Filme,
die ich aufzählen könnte. Wichtig ist für mich,
dass der Humor mich anspricht (aber das geht bestimmt Jedem so,
Humor ist schließlich totale Geschmackssache) und ich herzhaft
lachen kann. Viel mehr ist es nicht, was eine gute Komödie
für mich mitbringen muss.
Wie wichtig ist für dich die Musik in Filmen?
Eigentlich habe ich mir dazu noch nie so richtig Gedanken gemacht, aber wenn ich
mir mal anschaue, welche Filme mich wirklich beeindruckt haben – „Tatsächlich
Liebe“, „Wie im Himmel“, „Walk The Line“ oder „Der
Klang des Herzens“ – dann wird schon deutlich, dass Filmmusik offenbar
eine große Rolle für mich spielt. Das hat wohl etwas damit zu tun,
dass Musik unheimlich berühren kann und ich finde, dass Musik einen Film
in die eine oder andere Richtung verändern kann. Wenn ich mir so überlege,
was mir von den oben genannten Filmen am meisten geblieben ist, dann ist das ganz
eindeutig die grandiose Musik.
Gibt es einen Actionstreifen den du als „nicht-Freundin“ des
Genres empfehlen kannst?
Ja, da gibt es sogar mehrere. So fand ich beispielsweise die „Mission:
Impossible“-Reihe echt gut, „Top Gun“ war damals
der ultimative Film für mich (da war Tom Cruise aber auch wirklich
toll..), „Die Akte“ fand ich genial oder „Lord
of War“ – um nur einige zu nennen. Action-Filme zählen
zwar nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber auch hier gibt es natürlich
Ausnahmen.
Gibt es für dich als Leseratte eine besondere Buchverfilmung?
Ich fand die Verfilmung von „Der Name
der Rose“ grandios. „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ war auch
wirklich beachtlich, wobei hierzu aber auch John Irving selbst das Drehbuch geliefert
hat. Ja, und in letzter Zeit war ich begeistert von „Abbitte“, das
Buch habe ich verschlungen und muss sagen, dass der Film wirklich absolut gelungen
war.
Der deutsche Kinofilm ist im Aufwind. Kannst Du feststellen, dass
gleichzeitig das Niveau der TV-Filme abnimmt?
Ja und nein. Ich habe schon das Gefühl, dass wir im Fernsehen
immer mehr Schrott präsentiert bekommen, in dem Mädchen aus der Torte
springen, sich frustrierte Alleinerziehende einen Mann backen oder Hausfrauen
ihrem Karrieremann endlich mal zeigen, wo der Hammer hängt. Doch andererseits
habe ich im letzten Jahr auch wirklich großartige TV-Filme gesehen, bei
denen ich mich ernsthaft gefragt habe, warum sie nicht den Weg in die Kinos
geschafft haben. Das Geniale in Deutschland ist ja, dass wir die großen
Stars eben nicht nur im Kino sondern auch in kleinen Fernsehproduktionen präsentiert
bekommen.
Gibt es für Dich unter Hollywood Jungstars jemanden, dem Du aus
heutiger Sicht eine große und konstante Karriere zutraust?
Es kommt immer darauf an, mit welcher Karriere man das dann vergleicht.
Sicherlich gibt es auch heute Jungstars, bei denen ein großes Potential
zu sehen ist – Heath Ledger war für mich beispielsweise so jemand.
Doch ich glaube, diese ganz großen Filmkarrieren, wie sie früher
noch möglich waren, wird es heute so gar nicht mehr geben. Dazu ist das
Filmgeschäft viel zu unbeständig und schnelllebig geworden. Man muss
sich doch nur mal die Entwicklung von Joaquin Phoenix anschauen, der heute mit
verwildertem Bart eine Musikkarriere anstrebt. Bei ihm hätte man doch wirklich
gedacht, dass er das Talent und die Ausstrahlung hat, die ihn zu einem ganz
großen Schauspieler machen könnten. Wenn man dann mal einen Blick
auf die Karrieren der großen alten Schauspieler, wie etwa Gregory Peck,
Ingrid Bergman, Cary Grant oder Katherine Hepburn wirft, wird vielleicht auch
deutlich, warum heutzutage die Laufbahn eines Schauspielers schneller beendet
ist, als dass sie angefangen hat. Damals war in erster Linie Fleiß gefragt,
eine fundierte Ausbildung – und das war harte Arbeit. Wenn man sich die
Casting-Shows anschaut, die wie Pilze aus dem Boden schießen, dann wird
schnell klar, dass hier naive Menschen mit großen Versprechungen gelockt
werden. Was aber nach wie vor zählt ist Können, eine gute Ausbildung
und natürlich jede Menge Talent – und daran hapert es heutzutage
leider nur zu oft.
Wenn Du auf einen Film besonders hart einprügeln könntest:
sei es nun, weil er überhaupt gedreht oder weil er schlecht umgesetzt wurde,
welcher Film wäre das und warum?
So spontan fällt mir da jetzt keiner ein. Natürlich gibt
es Filme, die ich einfach nur furchtbar, geschmacklos oder todlangweilig finde.
Doch ich habe es nicht so mit dem „Auf Filme einprügeln“. Es
gibt ja jede Menge Filme, an denen sich die Geister gewaltig scheiden, weil
alles eben auch immer Geschmackssache ist. Was ich wirklich ärgerlich finde,
sind schlechte Buchverfilmungen, die wenig oder gar nichts mehr mit der Vorlage
zu tun haben. Wenn man mit Autoren spricht, deren Bücher verfilmt wurden,
dann hört man sehr oft, dass der Film mit ihrem Buch und der eigentlichen
Idee so gar nichts mehr zu tun hat. Das finde ich schlimm, denn ein Film, der
seiner Romanvorlage nicht gerecht wird, wirft automatisch auch ein schlechtes
Bild auf das Buch.
Stichwort: Erotik auf der Leinwand. Welchem Schauspieler würdest
Du gerne mal die Klamotten vom Leib reißen?
Hugh Jackman… Christian Bale… Daniel Craig… Da würde
mir schon der eine oder andere einfallen. Doch das dann auf der Leinwand? Nein
danke! Das stelle ich mir so ganz und gar nicht erotisch vor…
Wenn Du könntest: Wem würdest Du leistungsunabhängig
sofort und ungefragt einen OSCAR übergeben?
Es wundert jetzt wahrscheinlich niemanden, wenn hier wieder einmal
der Name Johnny Depp fällt, oder? Aber es gibt auch Schauspieler, die für
mich ein Genre oder das Bild des Kinos an sich so geprägt haben, dass sie
in meinen Augen einen OSCAR verdient hätten. Margaret Rutherford etwa als
unvergessliche Miss Marple wäre so jemand oder Romy Schneider, die den
Mut hatte, gegen das Klischee des braven Mädels zu rebellieren und einen
harten Preis dafür bezahlt hat.
Du schreibst viele Schauspielbiografien für die “In Memoriam”-Reihe.
Woher kommt die Begeisterung für den „älteren“ Film?
Das ist so eine Art „Kindheitstrauma“ von mir. Ich habe
mir schon als Kind viele alte Spielfilme angeschaut und war abwechselnd verliebt
in Cary Grant, Rock Hudson, Gregory Peck, Paul Newman und Steve McQueen. Deshalb
kommen mir diese Schauspieler heute vor, wie alte Bekannte aus Kindertagen.
Als Kind erlebt und sieht man Filme ganz anders, als wenn man erwachsen und
„kopflastig“ ist. Man lebt vollkommen in der Handlung und ich denke,
das ist auch der Grund, warum mich diese Filme heute noch so faszinieren. Sie
waren damals ein Stück weit wie ein „Spielplatz“ für mich,
auf dem ich meiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Außerdem finde
ich auch, dass viele dieser Filme Vorreiter waren für eine ganz neue Generation
im Kino, wie etwa die Hitchcock-Thriller, die dem Film ja ganz neue Dimensionen
eröffneten.
Johnny Depp gehört zu deinen Lieblingsschauspielern. Was hat
er, was andere nicht haben?
Was ihn für mich so herausragend macht, ist sein ungeheurer Mut,
Rollen anzunehmen, bei denen von vornherein klar ist, dass sie ihm nicht unbedingt
zu großer Popularität verhelfen werden. Und dann spielt er diese
Rollen auch noch so absolut großartig!!!! Er ist für mich unbestreitbar
ein Schauspieler der Extraklasse, dessen Repertoire so groß ist, dass
man sich ihn in so ziemlich jeder Rolle vorstellen könnte. Vor allem seine
unglaubliche Präsenz vor der Kamera ist es, die mich so fasziniert. Egal,
ob nun als Gilbert Grape, als sensibler Vagabund in „Chocolat“,
als Hasenfuss in „Sleepy Hollow“ oder als Gangsterlegende in „Public
Enemies“ – Johnny Depp wirkt auf mich immer völlig authentisch.
Bei welchem Film hast du das letzte Mal herzhaft gelacht?
Bei welchem Film das das letzte Mal der Fall war, weiß ich nicht
mehr. Aber ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie ich in „Fluch
der Karibik 2“ im Kino saß und Tränen gelacht habe. Die Szene,
in der Johnny Depp während einer wilden Verfolgungsjagd als lebender Obstspieß
fungierte, war so gelungen, dass ich mich kaum wieder beruhigen konnte.
Welcher hat dich zu Tränen gerührt?
Da könnte ich jede Menge aufzählen, denn es geht bei mir
sehr schnell, dass ein Film mich zu Tränen rührt. „Beim Leben
meiner Schwester“, „P.S. Ich liebe Dich“ oder „Message
in a Bottle“ sind solche Beispiele. Bei diesen Filmen geht das aber wahrscheinlich
vielen Menschen ähnlich, weil alles in diesen Filmen ja darauf abzielt,
zu Tränen zu rühren – die Geschichte an sich, dramatische Wendungen,
die Musik und natürlich auch bestimmte Stilmittel, die einfach nur darauf
abzielen, beim Zuschauer Emotionen zu wecken. Das gefällt mir oft nicht
so, weil ich mich dadurch unwillkürlich sehr manipuliert fühle. Dann
gibt es aber auch Filme, bei denen die Wirkung etwas subtiler ist, wo Tränen
fließen, obwohl man eigentlich gar nicht damit gerechnet hat – „Wie
im Himmel“ ist für mich so ein Beispiel. Oft berühren uns Filme
ja deshalb, weil sie etwas mit unserem Leben zu tun haben, etwas in uns auslösen,
was wir ansonsten lieber unter der Oberfläche halten. Deshalb tut es ja
auch so gut, im dunklen Kinosaal mal nach Herzenslust zu schluchzen.
Du schaust gerne und häufig Klassiker. Warum gehen die Sonderwertungen
fast ausschließlich an vergleichsweise unbekannte, neuere Produktionen?
Die Sonderwertung zu vergeben, ist für mich immer eine sehr subjektive
Angelegenheit. Auch wenn ich einen Klassiker noch so toll finde, ist er dennoch
sehr weit weg von meinem Leben, das sich nun mal im 21. Jahrhundert abspielt.
Von neueren Produktionen fühle ich mich oft viel mehr berührt, weil
sie etwas mit mir selber, meinem Leben und meiner Realität zu tun haben.
Klassiker haben oft etwas Fremdes, Unrealistisches für mich – sie
sind eben aus vergangenen Tagen. Das geht mir auch teilweise bei den wirklich
großartigen Hitchcock-Filmen so. Obwohl ich ein echter Fan dieser Klassiker
bin, sind sie aber doch auch schon zu weit weg von meiner Realität.
Wie begegnest Du nostalgischen James Bond-Fans, die an Daniel Craig
alles vermissen, was die Figur jahrelang auszeichnete?
Ich kann sie nur zu gut verstehen, denn Daniel Craig ist ja ein komplett
neuer James Bond. Doch selbst Sean Connery (der für mich ohne jeden Zweifel
der einzig wahre James Bond ist) sagt ja, dass Craig seine Sache gut macht.
Dieser neue Bond ist eben unserer Zeit angepasst und nur so kann das Format
ja überhaupt noch funktionieren. Bei aller Nostalgie muss man doch ehrlich
zugeben, dass die James Bond-Klassiker nicht mehr zeitgemäß sind.
Was für mich aber nicht bedeutet, dass sie zu ihrer Zeit nicht ihre Berechtigung
gehabt hätten.
Folgend werden alle Filmtipps (alle Filme, die von diesem Redakteur mit 6/5 Punkten bewertet wurden) und alle Filmflops (alle Filme, die von diesem Redakteur mit 1/5 Punkten bewertet wurden) aufgelistet.
Auf der zweiten Detailseite befinden sich alle verfassten Filmkritken / Kritiken zu TV-Serien, sowie alle Schauspieler -und Regisseurbiographien dieses Redakteurs.
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