Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 24.5.
- Act of Valor
- 24.5.
- Ein ruhiges Leben
- 24.5.
- Men in Black 3
- 24.5.
- Moonrise Kingdom
- 24.5.
- The Yellow Sea
- 31.5.
- Bad Sitter
- 31.5.
- Leb wohl, meine Königin!
- 31.5.
- LOL - Laughing Out Loud
- 31.5.
- Safe - Todsicher
- 31.5.
- Snow White and the Hun...
- 31.5.
- Wie zwischen Himmel u...
- Zu den Kinostarts
Special
Interview mit Schauspieler Max Kidd
Schauspieler Max Kidd in "Hangtime"
„Ich habe für die Rolle des Vinz einen neuen Menschen entstehen lassen.“
Wir sprachen mit Jungschauspieler Max Kidd über seine Rolle in "Hangtime", künftige Projekte und Traumrollen.
Moviesection: Deine Schauspielkarriere begann mit einer Rolle
in der beliebten Fernsehserie „Unter uns“. Macht man sich als Schauspieler
Sorgen darüber, dass man das Klischee, für alle lediglich ein Seriendarsteller
zu sein, nicht mehr los wird?
Max Kidd: Ich wusste von vornherein, dass ich es nicht länger
als zwei Monate machen werde. Deswegen habe ich mir eine solche Frage nie gestellt.
Und mal ehrlich: An die Rolle kann sich eh keiner mehr erinnern. Ein wirklicher
Seriendarsteller macht Serien und sonst nichts. So war es bei mir nie.
Moviesection: Du hast auch schon Theaterrollen übernommen. Bleibst
du der Bühne auch in Zukunft treu oder konzentrierst du dich nun voll und
ganz auf die Arbeit vor der Kamera?
Max Kidd: Bis jetzt war es so, dass der Kontakt zur Filmbranche
überwog. Dadurch liegt meine volle Konzentration beim Film. Theater ist
schon etwas Besonderes und falls ein interessantes Projekt den Weg zu mir findet,
würde ich auch gerne wieder Theater spielen.
Moviesection: Ich habe gelesen, dass du auf einem Sportinternat warst
und später eine High-School in den USA besucht hast. Das erinnert ein kleinwenig
an die Biografie von Vinz. Hast du deshalb die Rolle in „Hangtime –
Kein leichtes Spiel“ bekommen?
Max Kidd: Haha. Wenn es so einfach wäre. Natürlich
liest es sich vielleicht ein kleinwenig ähnlich, aber ich habe für
die Rolle des Vinz einen neuen Menschen entstehen lassen und diesen zu 100%
mit Leben gefüllt. Ich habe vor den Dreharbeiten einige Heime / Jugendhilfeeinrichtungen
besucht und war mir meiner Verantwortung, einen Jungen zu spielen der seine
Eltern verloren hat, sehr bewusst.
Moviesection: Hast du schon Rückmeldung von Kindern oder
Jugendlichen bekommen, die ein ähnliches Schicksal wie Vinz erleiden mussten?
Max Kidd: Ich habe viele noch einmal getroffen nachdem sie
den Film gesehen haben. Es ist nicht so, dass es eine echte Rückmeldung
gab. Man hat sich unterhalten - über den Film, über die Vergangenheit,
über die Zukunft. Sie haben Vinz verstanden und konnten mitfühlen.
Interessant ist, dass vor allem Jungs, denen es im Leben bis jetzt einfach zu
gut ging, eher dazu neigen Vinz nicht zu verstehen. Ich spiele die Abläufe
sehr klein und fein - ebenso wie ich viele kennen gelernt habe, die im jungen
Alter ihre Eltern verloren haben. Da kommt es vor, dass der ein oder andere
nichts damit anfangen kann, weil er denkt, dass es doch eigentlich ein großes
extrovertiertes Drama für Vinz sein muss.
Moviesection: Im Film spielst du einen Basketballprofi. Musstest du
dich für den Dreh der Spielszenen einem harten Training unterziehen oder
bist du tatsächlich leidenschaftlicher Basketballspieler?
Max Kidd: Ich konnte davor schon recht gut spielen, habe selber mal
Regionalliga gespielt. Allerdings ist das schon ne Weile her. Ich habe im Januar
2008, als ich noch nicht wusste ob ich die Rolle überhaupt bekomme, zur
Casterin gesagt, dass ich jetzt schon mit dem Training anfange - für den
Fall, dass ich es schaffe und der Film noch in diesem Jahr gedreht wird. Hätte
ich das nicht gemacht, wäre die Zeit zu kurz gewesen um auf das nötige
spielerische Niveau zu kommen. Im April kam erst die Zusage für die Rolle
und im September wurde bereits gedreht. Dem Regisseur Wolfgang Groos und auch
mir war es sehr wichtig, dass ich alle Szenen selber spiele.
Moviesection: Für dein Kinodebüt „Hangtime
– Kein leichtes Spiel“ hast du bei dem Münchner Filmfest den
„Förderpreis Deutscher Film“ gewonnen. Was bedeutet diese Auszeichnung
für dich persönlich?
Max Kidd: Es ist ein Bestätigung für das ganze Team,
einiges richtig gemacht zu haben. Ich gliedere mich in diese Freude mit ein.
Die Frage, wie ich einen jungen Erwachsenen spiele, der trotz eines so enormen
Verlustes den Ehrgeiz und die Kraft nicht verliert Profi zu werden, konnte ich
mir nach vielen Recherchen, Gesprächen mit Wolfgang und rumhantieren mit
der Rolle sehr genau beantworten. Dass die Jury diese Feinheit im Spiel erkannt
hat, freut mich persönlich sehr.
Moviesection: „Hangtime – Kein leichtes Spiel“
war nun deine erste Kinorolle und gleichzeitig auch dein erster Spielfilm. Gefällt
dir diese Arbeit besser als die für TV-Serien?
Max Kidd: Was ne Frage. Was ich an der Schauspielerei liebe,
ist die Arbeit die davor stattfindet. Sich mit dem Regisseur hinzusetzen, zu
diskutieren, ihm einen Weg anzubieten und sich dann damit austoben. Bei einem
Spielfilm habe ich viel mehr Zeit mich mit meiner Rolle zu beschäftigen,
um sie zu füllen und real werden zu lassen. Das möchte nicht mehr
missen.
Moviesection: Gibt es schon weitere Angebote für Kinorollen?
Max Kidd: Mit Wolfgang Groos arbeite ich gemeinsam an einem
neuen Kinofilm. Das Buch ist schon fertig, Produzenten an Board. Die ersten
Schritte sind getan und ich freue mich auf eine spannende Zeit.
Moviesection: Kannst du uns noch mehr darüber verraten?
Max Kidd: Ich erkläre das Ganze mal wie einen Cocktail:
Man nehme 12 Shots "klebrige und schlüpfrige Charaktere", eine
guten Schuss an "Loyalität" und "Rachegelüsten"
und das Ganze serviert on the "Vaterkomplex" in einem Glas aus der
faszinierenden und düsteren, anziehenden und gleichzeitig abstoßenden
Unterwelt.
Moviesection: Gibt es für dich eine persönliche Traumrolle,
die du schon immer mal spielen wolltest?
Max Kidd: Der Bär in dem Buch "Ein Bär will
nach oben" von William Kotzwinkle, dem Autoren von „E.T.“.
Ein großer schwarzer amerikanischer Bär, der unter einem Baum ein
Romanmanuskript fand. Er konnte es zwar nicht fressen, aber stehlen und lesen.
Und weil er es nicht schlecht fand, lieh er sich im Dorfladen einen Anzug aus,
nannte sich fortan nach seiner Lieblingsmarmelade "Hal Jam", ging
nach New York, um in der Verlagswelt sein Glück zu versuchen.
Moviesection: Klingt nach einer großen Herausforderung. Vielen
Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.
© Text: Kathrin Lang, Moviesection.de