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Special
Interview mit Regisseur Luc Besson

„Wenn wir die Dinge ein wenig ändern wollen, müssen wir mit den Kindern sprechen, wenn sie fünf Jahre alt sind.“
Am 15.04.2011 erscheint das große Finale der Minimoy-Trilogie „Die große Entscheidung“ als DVD und Blu-ray in Deutschland. Moviesection.de hatte im Vorfeld der Deutschlandpremiere am 08.04.2011 im Europapark in Rust die Gelegenheit mit Filmemacher Luc Besson über alte Bekannte, Minimoys, Bösewichte und neue Filmprojekte zu sprechen.
Moviesection.de: Natalie Portman hat Ihnen in ihrer OSCAR-Dankesrede
für Ihren Mut gedankt sie damals zu besetzen. Was bedeutet das für
Sie?
Luc Besson: Ich war sehr gerührt. Es sagt eine Menge über
sie. Wie vertrauensvoll, intelligent und vornehm sie ist. Ich kenne eine Menge
Menschen, die mich 15 Jahre später vergessen hätten. Aber sie nicht.
Sie hat nicht vergessen, wo sie angefangen hat. Sie ist ein wundervoller Mensch.
Moviesection.de: Heute ist die Deutschlandpremiere für
„Die große Entscheidung“. Sind Sie immer noch nervös,
wenn einer Ihrer Filme das Licht der Öffentlichkeit erblickt?
Luc Besson: Nein (lacht). Um ehrlich zu sein, für mich
ist es schwierig einen Film zu machen. Ich bin daher nervös, wenn ich nicht
länger daran arbeiten kann. Wenn die Arbeit abgeschlossen ist, gehört
der Film dem Publikum und nicht länger mir. „Die Minimoys“
könnten in Spanien von einen achtjährigen Mädchen gesehen werden
oder in Japan von einem 78 Jahre altem Mann. Daran kann ich nichts ändern.
Ich weiß nicht, was sie aus dem Film mitnehmen. Was sie mögen und
was nicht. Es ist nicht länger mein Verantwortungsbereich. Der Film gehört
ganz und gar dem, der ihn gerade sieht.
Moviesection.de: Schrumpfen und die Welt aus einer anderen
Perspektive sehen: Haben Sie sich mit der Minimoy-Trilogie einen Kindheitstraum
erfüllt?
Luc Besson: Nein. Die Zielgruppe für die Minimoys sind
vier bis neun Jahre alte Kinder. Das ist die Zeit, in der wir unseren Charakter
entwickeln. Du willst in dieser Phase die Wahrheit über alles wissen. Die
Grenzen erkunden. Du willst verstehen wie alles funktioniert. Das ist der Moment,
in dem die Kids wie Schwämme sind. Sie nehmen alles auf. Wir müssen
ihnen viele Botschaften geben. Sie fressen alles (grinst). Es ist der perfekte
Moment, um über Unterschiede zwischen Menschen zu sprechen und wie wir
zusammen leben sollten. Wie wir Rassismus begegnen sollten. Wie wir Unterschiede
akzeptieren lernen. Du kannst klein sein, oder dick. Das spielt keine Rolle.
Es kommt auf dein Herz an. Nimm nichts für selbstverständlich. Wenn
Du etwas als Erwachsener wirfst, kannst du jemanden sehr Kleinen verletzen.
Je mehr du das junge Publikum fütterst mit diesen Botschaften, desto besser
ist es. Sie werden sie prägen.
Moviesection.de: Gegenseitige Achtung und sich um jemanden
kümmern sind der Botschaften der drei Filme, die auch in „Die große
Entscheidung“ wieder deutlich zum Tragen kommt. Sind Ihnen Botschaften
in Kinder- und Familienfilmen wichtig?
Luc Besson: Ja, das ist mir sehr wichtig. Zum einen wissen
wir als Eltern auch nicht immer was wir tun sollen. Zum anderen: Wenn wir unsere
heutige Welt ansehen – die Welt der Erwachsenen - ist die Botschaft, die
wir senden sehr schlecht. Die Menschenrechte verschlechtern sich, die Menschen
haben voreinander Angst und bekämpfen sich. Das ist das Bild, das wir an
unsere Kinder weitergeben. Und sie werden es wie selbstverständlich annehmen.
Wenn wir die Dinge ein wenig ändern wollen, müssen wir mit den Kindern
sprechen, wenn sie fünf Jahre alt sind: Höre nicht auf den Mist der
Erwachsenen. Hier, das ist die Wahrheit. Und die Wahrheit ist: Wir sind alle
gleich. Es ist alles nur eine Frage des Herzens. Du kannst mit jedem befreundet
sei. Mit einem Moskito, mit einem Käfer, mit Minimoys, mit Farbigen, mit
älteren Menschen. Es ist ganz egal.
Moviesection.de: Arthur ist der Held der Minimoy-Filme, aber
in „Die große Entscheidung“ ist es der trottelige Fiesling
Darkos, der die Herzen gewinnt. Haben Sie ein Herz für Anti-Helden?
Luc Besson: Aber ja, doch! Ich denke, im dritten Teil ist
Darkos sogar die Hauptfigur. Natürlich, er ist der Bösewicht. Aber
er will kein Bösewicht sein (lacht). Er wird von seinem Vater manipuliert,
was schrecklich ist für ein Kind. Das hat etwas von Shakespeare. Das ist
Hamlet. Ich habe große Gefühle für Darkos.
Moviesection.de: Warum erhielt „Die große Entscheidung“
keinen Kinostart?
Luc Besson: Wenn Du einen Film ins Ausland verkaufst, weißt
Du nicht wie die Leute dort arbeiten. In manchen Ländern läuft es
gut, bei anderen ist man enttäuscht. Du kannst das Ganze nur aus der Ferne
verfolgen. Auf DVD verkaufen sich die Minimoy-Filme hervorragend. Eine große
Sache. Vielleicht war die Werbung für die ersten beiden Teile, die im Kino
liefen, hier nicht gut genug. Ich weiße es nicht.
Moviesection.de: „Die große Entscheidung“
bietet erneut viele lustige und amüsante Sequenzen mit Arthur und seinen
Freunden und Feinden. Die animierten Figuren verschmelzen in vielen Szenen verblüffend
nahe mit der Realität. Wie viel Arbeit steckt dahinter?
Luc Besson: Ich habe damit vor zehn Jahren begonnen und es
war sehr viel Arbeit. 500 Menschen haben daran gearbeitet. Es ist wie eine große
Fabrik. Die größte Schwierigkeit ist, neben diesen 500 Leuten und
der Fabrik nicht zu vergessen, warum du den Film machst und wen du ansprechen
willst. Sicher zu sein, dass die Liebe und die Ehrlichkeit transportiert werden.
Es gibt viele Möglichkeiten auf dem Weg das zu verlieren. Die größte
Schwierigkeit ist es jeden Morgen zurück zu kommen und sich auf die Essenz
des Films, die Kernaussage zu besinnen.
Moviesection.de: Sie haben immer starke weibliche Figuren
in ihren Filmen. Mathilda in „Léon, der Profi“, Leeloo in
„Das fünfte Element“. In der Minimoy-Trilogie ist es die toughe
Prinzessin Selenia.
Luc Besson: Mathilda hat Léon als starken männlichen
Gegenpart, Leeloo hat Korben Dallas und in „Der Rausch der Tiefe“
haben wir Jacques und Enzo. Ich denke, ich habe auch starke männliche Figuren
(lacht). Ich versuche das zu teilen und nicht nur starke Männer zu zeigen.
Vielleicht nehmen Sie das daher anders wahr. Ich schenke den Frauen die gleiche
Aufmerksamkeit wie den Männern. Es ist lustig, dass Sie das erwähnen.
In meinen neuen Film „The Lady“ haben wir diese starke Frau im Mittelpunkt,
aber die Rolle ihres Ehemann, der von David Thewlis gespielt wird, ist ein phantastischer
Part für einen Mann.
Moviesection.de: Vor ein paar Jahren habe Sie die Öffentlichkeit
mit Ihrer Ankündigung geschockt nie wieder drehen zu wollen. Offensichtlich
haben Sie ihre Meinung geändert. Wie stehen Sie heute dazu?
Luc Besson: Ich sagte, dass ich ausgetrocknet bin und so nicht
länger Filme machen wollte und war damit lediglich ehrlich. Ich kann keinen
Film nur des Geldes wegen machen. Ich habe das nie und werde das nie im Leben
machen. Es wäre sicherlich kein guter Film geworden und ich wäre damit
nicht glücklich. Wenn Du ausgetrocknet bist musst Du den Mund halten und
abwarten. Ich stand mit 17 Jahren an meinem ersten Set. Glauben Sie mir, wenn
sie dann 54 Jahre alt sind, sind sie ausgetrocknet. Man muss eine Pause einlegen
und seinen Geist mit anderen Dingen füttern. Unterschiedliche, neue Menschen
treffen. Um die Welt reisen. Es bestand immer die Chance, dass ich zurückkomme.
Natürlich wollte ich wieder einen Film machen.
Moviesection.de: Hat das Vatersein Ihre Art Filme zu machen
verändert? In den 80er Jahren waren Sie der Inbegriff von großem
Actionkino. Heute machen sie Familienunterhaltung.
Luc Besson: Ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt
werden. Ich versuche immer unterschiedliche Filme zu machen. Die Leute beklagen
sich und fragen warum ich nicht „Nikita“ Nummer zwei, drei und vier
gemacht habe. Oder „Léon, der Profi“ zwei, drei und vier.
Das ist nicht das, was ich machen will. Ich habe „Léon, der Profi“
gemacht und gut. Nun habe ich Kinder, die sich beklagen, dass ich wieder Filme
für Erwachsene mache. „Warum machst Du nicht Arthur vier, fünf
und sechs“ fragen sie. Die Leute fragen immer nach etwas, was sie schon
gesehen haben. Aber das macht mir kein Vergnügen. Mein Vergnügen ist
es von „Subway“ zu „Im Rausch der Tiefe“ zu gehen und
dann „Nikita“ zu machen. „Léon, der Profi“ zu
drehen und dann „Johanna von Orleans“. Noch größer war
der direkte Sprung von „Das fünfte Element“ zu „Johanna
von Orleans“.
Moviesection.de: Was wird ihr nächstes Projekt sein?
Luc Besson: Wieder etwas ganz anders (schmunzelt). Ich habe
gerade einen Film abgedreht, der „The Lady“ heißt. Er handelt
von der wunderbaren und bezaubernden Aung San Suu Kyi. Die Friedensnobelpreisträgerin
von 1991 wurde aufgrund ihres Kampfes für die Demokratie für 20 Jahre
unter Hausarrest gestellt wurde. Nur weil sie nach Demokratie fragte! Ihre Geschichte
ist unglaublich. Ich wusste zunächst nichts über ihre private Geschichte,
doch sie ist noch faszinierender. Die faszinierendste Geschichte, von der ich
je gehört habe. Vergleichbar mit „Romeo und Julia“. Die ultimative
Liebesgeschichte. Der Film wird voraussichtlich im Herbst 2011 in die Kinos
kommen.
Moviesection.de: Vielen Dank für das nette Gespräch
und Ihre Zeit.
Luc Besson: Gern geschehen!

Arthur und die Minimoys
Arthur hat endlich Sommerferien. Er verbringt sie, wie jedes Jahr, bei seiner
Großmutter, weil seine Eltern ständig unterwegs sind.
Diese Ferien werden jedoch etwas ganz Besonderes – und was vollkommen
Neues für den Teenager werden. Weil seine Oma bald das Haus und das Grundstück
verliert, weil sie kein Geld hat, um die Schulden zu bezahlen, begibt sich Arthur
auf die Suche nach einem Schatz, den sein Großvater irgendwo im Garten
versteckt hat. Effektiv ist das nicht besonders. Durch ein Rätsel, das
sein Opa vor langer Zeit aufgeschrieben hat, gelangt der Junge ins Land der
Minimoys, winzig kleiner Wesen, die Arthur helfen können, die Katastrophe
abzuwenden. Doch dafür haben sie alle nicht viel Zeit und auch die Minimoys
haben große Probleme...zur
Filmkritik

Arthur und die Minimoys 2 - Die Rückkehr des bösen M
Zehn Monde sind vergangen seit Arthur bei den Minimoys sein großes Abenteuer erlebte, seinen Großvater rettete und sich in die schöne Prinzessin Selenia verliebte. Der Zeitpunkt ihres Wiedersehens ist nahe, als Arthur einen Hilferuf auf einem Reiskorn erhält. Er hat keinen Zweifel, dass dieser nur aus dem Dorf seiner kleinen Freunde kommen kann. Zu dumm, dass ausgerechnet am Tag, als sich das Tor zur Welt der Minimoys erneut öffnet, sein Vater unbedingt nach Hause fahren will. Doch Arthur wäre nicht Arthur, würde er nicht trotzdem einen Weg finden zu Selenia zu gelangen. Nur ahnt Arthur noch nicht, dass die sieben Königreiche einen neuen Tyrannen haben und auch der böse M seine finsteren Pläne noch nicht aufgegeben hat ...zur Filmkritik

Arthur und die Minimoys 3 - Die große Entscheidung
Maltazard, der böse M., hat es geschafft: Er ist in die Welt der Menschen gelangt. Hier ist der 2 Meter große Riesenbösewicht nun gleich dabei neues Unheil anzurichten. Natürlich ist M. nach wie vor mit nichts weniger als der Weltherrschaft zufrieden und so plant er seine Armee von Moskitos auch zu vergrößern und so Angst und Schrecken zu verbreiten. Alle verbliebene Hoffnung liegt nun bei Arthur, Prinzessin Selenia und ihrem kleinen Bruder Beta. Nur sie können Maltazard noch aufhalten, doch sie sitzen unter dem Garten von Arthurs Großeltern im Reich der Minimoys fest. Doch die drei Freunde geben nicht auf und auf abenteuerlichen Wegen gelangen auch sie in die Welt der Menschen. Keine Minute zu spät wie sich zeigt ...zur Filmkritik
© Textmaterial & Bildmaterial: Melanie Frommholz, Moviesection.de