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"Lost" - Das Super-Special zum Serienende
Kaum einer Serie wurde in diesem Jahrzehnt mehr Sympathie von der breiten Masse sowie von Kritikern entgegengebracht, wie der 2004 gestarteten Mystery-Serie „Lost“, die über sechs Jahre im US-Fernsehen für eine große Fanbasis sorgte und weltweit als Hit-Serie Fuß fasste. So fanden Serienfans, aber auch Gelegenheitszuschauer, sehr viel Gefallen an dem spannenden, actionreichen, erzählerisch starken und vielschichtigen Format, welches nicht selten als revolutionär bezeichnet wird, wenn es um die Aufmachung und den Erzählstil einer Serie geht. Nach nun sechs Jahren, sechs Staffeln und zehn Emmy Awards endet auch „Lost“, nachdem die Produzenten um J.J. Abrams und der Sender ABC darüber übereingekommen sind, dass „Lost“ nach Staffel sechs seriengerecht beendet wird. Moviesection.de nimmt die DVD-Veröffentlichung der finalen Staffel zum Anlass, um einen genaueren Blick auf dieses facettenreiche und publikumswirksame Projekt zu werfen.
Lost“ - Das Schicksal nimmt seinen Lauf…
Im Januar 2004 beauftragte Llyd Braun Jeffrey Lieber damit, das Drehbuch zu
einem Pilotfilm zu schreiben, der eine Mischung aus „Herr der Fliegen“,
„Cast Away“ und der Reality-Show „Survivor“ sein sollte.
Da Braun vom Ergebnis nicht beeindruckt war, wandte sich der damalige ABC Chef
an J.J. Abrams, der erst zögerte, schließlich aber unter der Bedingung
der Einbeziehung übernatürlicher Elemente einwilligte. Zusammen mit
seinem Kollegen Damon Lindelof begann Abrams die Serie zu konzipieren. Aufgrund
des Zeitdrucks fand die Ausarbeitung des Drehbuches gleichzeitig mit den Castings
statt, wodurch Rollenkonzepte neu hinzukamen oder verändert wurden.
Schließlich begannen auf Hawaii die Dreharbeiten zum Pilotfilm, der die
bis dato teuerste Fernsehproduktion des Senders ABC darstellte. Wegen der hohen
Kosten, die bei etwa 12 Millionen Dollar lagen, wurde ABC-Chef Llyd Braun schließlich
entlassen.
Am 22. September 2004, der in der Serie auch das Datum des Absturzes ist, ging
„Lost“ schließlich auf Sendung und wurde vom Start an ein
Riesenhit.
Um was geht es in der Serie?

„Diese Show handelt von Leuten, welche wortwörtlich in ihren bisherigen
Leben verloren waren, dann in einen Flieger steigen und auf einer Insel abstürzen
und somit vom Rest der Welt abgeschnitten sind. Doch sobald es ihnen möglich
ist, sich selbst in ihren Leben wieder zu finden, wird es ihnen auch möglich
sein, sich selbst in der Welt wiederzufinden. Wenn Ihr Euch die ganze Serie
anseht, werdet Ihr sehen, dass es so sein wird. Darum ging es schon die ganze
Zeit.“ Damon Lindelof
In „Lost“ dreht sich alles um die Passagiere von Flug 815, die alle
mit einem anderen Hintergrund, aus anderen Beweggründen und mit verschiedenen
Intentionen in diese Maschine gestiegen sind. Als Oceanic 815 startet, wissen
sie noch nicht, dass nun die Suche nach ihrem Schicksal begonnen hat.
Mitten über dem Pazifik, mehrere Stunden nach dem Start, erschüttern
Turbulenzen die Maschine. Binnen weniger Momente reist das Flugzeug in Teile
und geht über dem Ozean und über Teilen von Land nieder. Wie durch
ein Wunder überleben mehrere Dutzend Personen den Absturz und finden sich
in einem Chaos wieder. Während andere noch auf Rettung warten, realisieren
immer mehr, dass sie auf einer verlassenen Insel gestrandet sind, die niemand
kennt und die niemand jemals finden wird. Schon in den ersten Tagen, als die
Gruppe noch am Strand zwischen den Fragteilen haust, wird deutlich, dass diese
Insel nicht einfach nur eine Insel ist. Merkwürdige Dinge gehen in den
Wäldern hinter dem Strand vor sich.
In den folgenden Monaten werden die Überlebenden von Flug 815 immer mehr
Mysterien entdecken, die sie auf ganz unterschiedliche Wege des Schicksals führen…

Cast & Crew

„Lost“ bietet neben einem packenden Konzept auch ein Ensemble in
Starbesetzung. Nicht umsonst gingen zahlreiche Emmy Nominierungen und Prämierungen
an Akteure wie Matthew Fox, Naveen Andrews, Terry O´Quinn, Evangeline
Lilly, Michael Emerson oder Henry Ian Cusick.
Mit zeitweise über 14 Stammschauspielern verfügte „Lost“
über eines der größten Ensembles dieser Zeit.
Angeführt wird diese Darstellerriege von Hauptdarsteller Matthew Fox, dessen
Rolle des Jack Sheppard ursprünglich nur für den Pilotfilm konzipiert
war. Neben ihm ist Evangeline Lilly als Kate Austin zu sehen.
Im Bereich der Nebenrollen sind vor allem die Figuren des John Locke und des
Ben Linus essentiell, die jeweils von Terry O ´Quinn und Michael Emerson
verkörpert werden. Für die ersten drei Staffeln wurde Dominic Monaghan
verpflichtet, der schließlich noch einige Gastauftritte absolvierte.
Auch Naveen Andrews als Sayid Jarrah, Josh Holloway als James „Sawyer“
Ford, Jorge Garcia als Hugo „Hurley“ Reyes, Kim Yoon-jin als Sun-Hwa
Kwon, Daniel Dae Kim als Jin-Soo Kwon ergänzten von Beginn bis Ende der
Serie den Cast von "Lost".

Außerdem hatte „Lost“ weitere wichtige Nebenrollen mit namhaften Schauspielern besetzt, die im Laufe der Serie hinzukamen. Ebenso wie bekannte Gastschauspieler mit einmaligen oder wiederkehrenden Auftritten.
Auf Seiten der Macher gilt J.J. Abrams als der Schöpfer von „Lost“.
Von ihm stammen das Drehbuch sowie die Regie des Pilotfilms. Mit Voranschreiten
der Serie und durch Verbindlichkeiten Abrams anderer Projekte gegenüber,
wurden vor allem Damon Lindelof und Carlton Cuse zu den Hauptverantwortlichen
über die Erfolgsserie. Zu den ausführenden Produzenten gehören
außerdem noch Jack Bender, David Fury und Bryan Burk.
Hier wird auch deutlich, dass Abrams immer mit dem gleichen Team an seinen Projekten
arbeitet. Von „Alias – Die Agentin“ bis hin zu seinen Kinofilmen,
sind immer wieder die gleichen Namen hinter den Shows zu finden. So ist auch
Komponist Michael Giacchino ein langer Weggefährte Abrams und lieferte
auch zu „Lost“ alle sechs Staffeln lang die Soundtracks.
Wie kaum eine zweite Serie beteiligte „Lost“ auch seine Fans an
der kreativen Ausrichtung der Serie. Fans der Serie hatten die Möglichkeit
in vielen inoffiziellen oder von ABC ins Leben gerufenen Foren ihre Meinung
zu neuen Episoden und allgemeinen Themen zu äußern und sogar direkt
Fragen an die Produzenten oder einzelne Schauspieler zu richten, von denen sich
wie Jorge Garcia oder Terry O´Quinn tatsächlich einige die Zeit nahmen,
diese zu beantworten. So wurden Vorschläge sowie Kritik der Zuschauer wahrgenommen
und stießen auch auf offene Ohren seitens der Verantwortlichen, was man
so nicht allzu oft bei einer Serie erlebt.

Sechs Staffeln in sechs Jahren

„Lost“ - Staffel 1
Auf dem Flug von Sydney nach Los Angeles ereignet sich über dem Ozean ein katastrophaler Unfall und die Maschine Oceanic 815 stürzt ab. Als nächstes finden sich die überlebenden Passagiere mit Teilen des zerstörten Wracks auf einer unbekannten Insel wieder. Als der erste Schock überwunden ist, wird den Protagonisten klar, dass sie vergebens auf Rettung warten. Auf dieser Insel geht etwas vor sich, das so mysteriös wie gefährlich ist……zur Staffelkritik
Wissenswertes:
Am 22. September 2004 ging „Lost“ erstmals bei dem amerikanischen
Broadcaster ABC in der Primetime auf Sendung und erreichte einen herausragenden
Zuschauerwert von über 18,6 Millionen Menschen.
Im Durchschnitt verfolgten 15,69 Millionen Amerikaner die 25 Episoden der ersten
Staffel.
Auch bei den Preisverleihungen fand der neue Serienhit viel Bewunderung und
Zuspruch. So wurde „Lost“ als beste Drama Serie ausgezeichnet, sowie
J.J. Abrams für seine Regie. Daneben wurden auch die visuellen Effekte,
das gesamte Ensemble und die Musik mit einem Preis bedacht.
Nominiert waren außerdem Naveen Andrews und Terry O´Quinn als beste
Nebendarsteller und das Drehbuch zum Piloten.
Bei den Golden Globes erhielt „Lost“ eine Nominierung als beste
Drama Serie.
In der ersten Staffel gehörten noch Ian Somerhalder und Maggi Grace zum Stammcast. Daneben waren unter anderem Fredric Lehne, John Terry, L. Scott Caldwell, Mira Furlan und William Mapother in wiederkehrenden Gastrollen zu sehen.
In Deutschland, wo sich "Lost" auch großer Beliebtheit erfreute, war die Mystery-Serie erstmals schon am 6. Oktober 2004 auf dem Bezahlsender Premiere zu sehen. Erst im November 2005 nahm sich Pro7 der Serie an und fuhr im Schnitt sehr gute 2,42 Millionen Zuschauer in der Primetime ein.

„Lost“ - Staffel 2
Nachdem Kate, John und Jack in die mysteriöse Station eingedrungen sind,
enthüllen sich mit der Zeit immer mehr Geheimnisse der so genannten Dharma
Initiative und der Insel, aber es werden auch neue Fragen aufgeworfen. In einem
Raum der Station steht ein Computer, in den man alle 108 Minuten eine Zahlenfolge
eingeben muss. Tut man dies nicht, soll die Welt angeblich untergehen. Während
John wie besessen immer wieder an diesem Computer sitzt, taucht eine neue kleine
Gruppe von weiteren Überlebenden von Flug 815 auf. Die Anführerin,
Ana Lucia, sorgt für viel Wirbel im Camp.
Als sich die erste Unruhe legt, wird plötzlich einer der mysteriösen
„Anderen“ aufgegriffen und in der Station gefangen gehalten. Als
er ausbricht, verfällt alles in Chaos und blankem Entsetzen… …zur
Staffelkritik
Wissenswertes:
Zu den 20,71 Millionen Zuschauern, die das Staffelfinale der ersten Runde sahen,
konnte „Lost“ zur Premiere der zweiten Staffel am 21. September
2005 sogar noch Interessierte hinzu gewinnen. Extrem gute 23,47 Millionen Amerikaner
sahen die erste Episode, wonach die Quoten auch weiterhin sehr gut blieben und
mit 19 Millionen für den besten Staffelschnitt der Seriengeschichte sorgten.
Die Staffelpremiere fuhr damit auch gleichzeitig die beste Quote aller 121 Episoden
der Serie ein.
In Deutschland, wo die zweite Staffel im September 2006 anlief, vergnügten sich im Schnitt noch 1,72 Millionen Bürger mit der Produktion von J.J. Abrams, was für den 21:00 Uhr Sendeplatz eher schlechte Werte bedeutete, sodass die Serie auf den 22:15 Uhr Sendeplatz verschoben wurde.
In den USA freute man sich unterdessen über Nominierungen für unter
anderem die beste Regie, das beste Drehbuch, das beste Casting und die besten
visuellen Effekte. Auch Henry Ian Cusick erhielt für seinen Gastauftritt
eine Nominierung. Gewonnen werden konnte kein Emmy Award.
Dafür wurde „Lost“ mit dem Golden Globe als beste Drama Serie
geehrt, während sich Naveen Andrews und Matthew Fox mit Nominierungen begnügen
mussten.
Zur zweiten Staffel schieden Maggi Grace und Ian Somerhalder aus, kehrten aber
in Gastauftritten später zurück. Dafür ergänzten die neuen
Schauspieler Adewale Akinnuoye-Agbaje, Cynthia Watros und Hollywood-Star Michelle
Rodriguez das Hauptcast. Watros und Rodriguez erlebten die dritte Staffel jedoch
nicht mehr, da ihre Charaktere den Tod fanden. Wollte man Gerüchten glauben,
so waren die nächtlichen Ausschweifungen der beiden Schauspielerinnen Grund
für die Kündigung, was aber nie bestätigt wurde.
Auch begegnete der Zuschauer hier erstmals Michael Emerson, dessen Rolle des
Ben eigentlich nur wenige Episoden umfassen sollte, später aber doch ausgebaut
wurde.
Neben den schon bekannten Gastschauspielern waren auch Julie Bowen, Katey Sagal,
Sam Anderson und Tania Raymonde zu sehen.

„Lost“ - Staffel 3
Nachdem Jack, Kate und Sawyer von den „Anderen“ gefangen genommen wurden, müssen die drei unterschiedlichen Tätigkeiten nachgehen. Während Kate und Sawyer zur Landarbeit gezwungen werden, erwartete man vom ehemaligen Wirbelsäulenchirurgen Jack, dass er dem Anführer Ben einen Tumor entfernt. Jack sträubt sich dem Feind das Leben zu retten, doch bald bietet sich kaum noch eine Wahl. Juliet, die den gefangen Jack betreut, hat derweil aber ganz andere Absichten……zur Staffelkritik
Wissenswertes:
Am 4. Oktober 2006 startete auf ABC die dritte Staffel des mittlerweile fest
etablierten Serienhits mit sehr guten 18,82 Millionen Zuschauern. Im gesamten
Staffelschnitt musste „Lost“ mit circa 14 Millionen Zusehern aber
stärkere Verluste hinnehmen.
Auf Pro7 war „Lost“ längst kein Hit mehr, wo die dritte Runde
am 15. Oktober 2007 startete. Im Schnitt sahen 1,37 Millionen Deutsche zu.
Mit Michael Emerson, Henry Ian Cusick und Elizabeth Mitchell stießen drei neue Gesichter zum Stammcast hinzu. Außerdem gab es ein Wiedersehen mit Ian Somerhalder, Maggi Grace und Malcolm David Kelley sowie mit neuen Darstellern wie Sonya Walger, Nestor Carbonell, Alan Dale oder Nathan Fillion.
Bei den Emmy Awards war Terry O´Quinn erfolgreich, der als bester Nebendarsteller
ausgezeichnet wurde. Damit setzte er sich gegen den ebenfalls nominierten Kollegen
Michael Emerson durch. Weitere Nominierungen erhielt man für Regie und
Drehbuch sowie für die beste Drama Serie.
Ebenso bei den Golden Globes, wo die Serie ebenfalls als bestes Drama nominiert
war. Außerdem wurde Evangeline Lilly als beste Hauptdarstellerin ebenfalls
in Betracht gezogen, konnte aber nicht gewinnen. Als bestes Ensemble wurden
die „Lost“ Schauspieler gemeinsam mit dem Screen Actors Guild Award
ausgezeichnet.
Schließlich sahen noch 13,86 Millionen Amerikaner die 23. und letzte Episode der Staffel.
„Lost“ - Staffel 4
Die Überlebenden von Oceanic Flug 815 warten wenige Monate nach ihrem Absturz nun auf die lang ersehnte Rettung durch ein Schiff, das vor der Küste der mysteriösen Insel liegt. Allerdings gestaltet sich die Kommunikation schwierig und es treten Ungereimtheiten auf, was jedoch die freudige Aufbruchsstimmung der Gruppe um Jack nicht trüben kann. John Locke allerdings ist skeptisch und will um jeden Preis verhindern, dass die Menschen auf die Insel gelangen, weil er befürchtet, dass diese alle Überlebenden umbringen werden. Zu dieser Ansicht trägt maßgeblich auch Ben bei, der immer noch ein gefährliches und abgekartetes Spiel treibt. Es dauert nicht lange, bis sich die Überlebenden in zwei Lager teilen. Die einen folgen John, der sich verstecken und wenn möglich die Eindringlinge bekämpfen will, die anderen gehen mit Jack an den Strand, um dort ihre Rettung zu erwarten. Doch nichts ist so, wie es scheint… …zur Staffelkritik
Wissenswertes:
Aufgrund des Autorenstreiks umfasste die vierte Runde „Lost“ nur
14 Episoden. Trotzdem fand die Mystery-Serie am 31. Januar 2008 mit 17,78 Millionen
Zuschauern zu ihren Erfolgen zurück. Der Staffelschnitt betrug insgesamt
15 Millionen Zuschauer, was sich weiterhin durchaus sehen lassen konnte. In
Deutschland lief die vierte Staffel wenig erfolgreich im Spätabendprogramm
von Pro7 und erreichte im Schnitt wenig zufriedenstellende 0,95 Millionen Zuschauer.
So waren in Nebenrollen die neuen Darsteller Rebecca Mader, Ken Leung und Jeremy Davies zu sehen. Auch Harold Perrineau kehrte für einige Gastauftritte zurück. Außerdem traten Lance Reddick, Kevin Durand, Marsha Thomason, Zoë Bell, Jeff Fahey und Michael Cudlitz in Erscheinung.
Bei den Preisverleihungen sah es dafür etwas magerer aus. Ohne Golden Globe Nominierung und mit nur einem Emmy Gewinn in einer Nebenkategorie konnte man nicht zufrieden sein. Emmy Nominierungen gab es immerhin für die beste Drama Serie und für Nebendarsteller Michael Emerson.

„Lost“ - Staffel 5
Nachdem die Insel verschwunden ist, muss Frank mit dem Helikopter, in dem sich Kate, Aaron, Jack, Sun, Desmond und Hurley befinden, notwassern. Nach einiger Zeit auf See werden sie von Penny, Desmonds Frau, gerettet, die sich aufgemacht hatte ihren Mann zu suchen. Während die Gruppe eine Lüge zusammenschustert, die sie als alleinige Überlebende von Oceanic 815 darstellt, geschehen auf der Insel merkwürdige Dinge. Immer wieder wird die Gruppe um Sawyer und Juliette in ein weißes Licht gehüllt, was sie durch die Zeit springen lässt. Dies hat ungeahnte Konsequenzen… …zur Staffelkritik
Wissenswertes:
Mit 13,31 Millionen Fans startete „Lost“ am 21. Januar 2009 abermals
gut in seine 18 Episoden umfassende fünfte und vorletzte Staffel. Alles
in allem war jedoch nicht mehr drin, als ein Schnitt von 11 Millionen Amerikanern.
In Deutschland war „Lost“ bereits von Pro7 zum kleinen Partnersender Kabeleins abgeschoben worden, wo die Serie mit einer riesigen Werbkampagne beworben wurde. Der letzte Versuch der Wiederbelebung scheiterte jedoch. Am 21. Januar 2009 fuhr die Serie um 21:15 nur 800.000 Zuschauer ein und zeigte einen Abwärtstrend auf bis fast nur eine halbe Millionen Zuschauer auf.
In Deutschland längst kein Zuschauermagnet mehr, war in Amerika die Begeisterung
ungebrochen. So auch bei den Emmy Awards, wo Michael Emerson sich über
eine Prämierung freuen konnte. Ebenso war die Serie als bestes Drama und
für das beste Drehbuch nominiert.
Bei den Golden Globes reichte es für Emerson immerhin für eine Nominierung.
Auch wenn sich im Hauptcast wenig veränderte, waren auch Gaststars wie Saïd Taghmaoui, Reiko Aylesworth, Melissa Farman, Alexandra Krosney, Mark Pellegrino, Titus Welliver und Sean Whalen zu sehen.

„Lost“ - Staffel 6
Mit der Explosion der Wasserstoffbombe gibt es für Sawyer, Hurley, Miles, Jack, Kate, Juliet, Jin und Sayid auf der Insel einen erneuten Zeitsprung ins Jahr 2007, sodass sich nun alle Charaktere in der gleichen Zeitebene befinden. Durch die Explosion der Bombe entwickelte sich außerdem eine alternative Zeitlinie, in der es keinen Absturz gab und in der die Passagiere von Flug 815 nicht Jacobs Einsfluss unterlagen. In der Zwischenzeit muss sich Sawyer um Juliet kümmern, die im Sterben liegt. Deshalb entflammt zwischen Sawyer und Jack ein Streit… …zur Staffelkritik
Wissenswertes:
Schon zu Beginn der sechsten Staffel war klar, dass diese auch die letzte für
„Lost“ sein wird. Man wollte von Seiten der Produzenten und der
Senderbosse die Geschichte zu einem seriengerechten Abschluss bringen. So starteten
die letzten 18 Episoden am 2. Februar 2010 mit guten 14,29 Millionen Zuschauern.
In Deutschland war die finale Staffel ab dem 23. September 2010 ab 22:15 Uhr
in Doppelfolgen zu sehen. Abermals mit unterirdischen Quoten.
Für Elizabeth Mitchell endete die Reise jedoch schon in der Staffelpremiere,
wo ihre Figur den Charaktertod fand. Mitchell unterschrieb nämlich für
die Hauptrolle in der ABC Serie „V“, wo sie ab 2009 zu sehen war.
Für ihren Gastauftritt in dieser „Lost“ Episoden erhielt sie
eine Emmy Nominierung.
Weitere Gastauftritte absolvierten unter anderem Hiroyuki Sanada, John Hawkes
und die ehemaligen Hauptdarsteller Dominic Monaghan, Michelle Rodriguez und
Ian Somerhalder.
Ohne eine Prämierung wurde „Lost“ noch einmal als beste Drama Serie, Terry O´Quinn und Michael Emerson als beste Nebendarsteller und Matthew Fox als bester Hauptdarsteller nominiert. Weitere Nominierungen gingen an die Regie und Drehbücher der Finalepisode. Für den Golden Globe war außerdem noch Michael Emerson als bester Nebendarsteller vorgeschlagen.
Am 23. Mai 2010 strahlte ABC schließlich die letzte Episoden „The
End“ aus, wofür sich noch 13,56 Millionen Amerikaner interessierten.
Die letzte halbe Stunde des Finales wurde sogar von knapp 16 Millionen Zuschauern
gesehen.
Insgesamt betrug der Schnitt der sechsten Staffel etwa 11 Millionen Zuschauer.
Besondere Aspekte
Die Besonderheit an der TV-Serie „Lost“ liegt zweifellos in ihrem
Erzählstil, der erst durch Rückblenden, später dann auch von
Vorausblenden und/oder Zeitsprüngen geprägt wurde. Dabei lernt der
Zuschauer die Charaktere von zwei Seiten kennen: Ihre Seite vor dem Absturz
und ihre „aktuelle“ Seite. In beiden Fällen kann es sich um
positive Erfahrungen handeln, meist aber haben die Figuren in ihrem früheren
Leben dunkle Zeiten durchlebt.
Mit jeder dieser Rückblenden lernt der Zuschauer die Charaktere ein bisschen
besser kennen, was immer mit der aktuellen Episode, also dem aktuellen Geschehen,
verknüpft wird.
Ab der vierten Staffel wird "Lost" schließlich durch Vorausblenden
erzählt, die die Charaktere in der Zukunft zeigen.

Dieser Erzählstil zeichnet sich durch seine enorme Komplexität und
durch seinen speziellen Umgang mit den Figuren aus. Auch wenn es ab Staffel
vier immer schwerer wird, dem ganzheitlichen Konzept der Serie zu folgen, erzeugt
„Lost“ durch die vielen Puzzleteile jede Menge Spannung. Vieles
das der Zuschauer zu sehen bekommt, kann er im aktuellen Kontext noch gar nicht
verstehen, soll sich später aber mit anderen Teilen der Handlung zusammenfügen
und damit Sinn ergeben. So versprechen die Produzenten auch, dass „Lost“
einen logischen und lückenlosen Abschluss finden wird, was von Seiten vieler
Fans und Zuschauer jedoch so nicht wahrgenommen wurde.
In seinen sechs Jahren zeichnete sich „Lost“ außerdem durch
Themen wie die Gegensätze zwischen Gut und Böse, Glaube und Wissenschaft,
Zufall und Schicksal oder Schicksal und freiem Willen aus.
Wiederkehrende Formulierungen wie „live together, die alone“ („zusammen
leben, alleine sterben“), „every man for himself“ („jeder
für sich“), „don't tell me what I can't do“ („sag
mir nicht, was ich nicht tun kann“), „don't mistake coincidence
for fate“ („verwechsle nicht Zufall mit Schicksal“), „dead
is dead“ („Tot ist tot“) und „Whatever happened, happened“
(„was passiert ist, ist passiert“) verweisen immer wieder auf diese
Thematiken.

Auch als Besonders sei die hochwertige Umsetzung der Serie zu bezeichnen. Schon im Pilotfilm wird deutlich, dass „Lost“ eine kostspielige und technisch raffinierte Serie ist, die durch ihre Locations und die technische Umsetzung qualitativ sehr anspruchsvoll ist.
So ist „Lost“ eine Serie mit vielen Aspekten, die es zu betrachten
gilt. Kaum eine Serie ist in ihrem Aufbau so komplex, wie „Lost“.
Die Art und Weise, wie man den Charakteren immer wieder mehr Hintergrund und
dem Zuschauer damit entweder mehr oder weniger Sympathie für die Figur
geben konnte, ist einzigartig. In „Lost“ wird eine Geschichte erzählt,
die durch viele Abzweigungen schlussendlich zu einem Ziel führen soll.
Wissenswertes
- In den Abrams Filmen „Cloverfield“ und „Mission: Impossible
III“ sind jeweils versteckte Hinweise zu „Lost“ zu entdecken.
- In der Woche, als die Episode „Verfluchte Zahlen“ ausgestrahlt
wurde, in der ein Charakter mit den Zahlen 4, 8, 15, 16, 23 und 42 den Jackpot
gewinnt, kam es zu einer erhöhten Lottobeteiligung und viele Tipper setzten
auf die in der Serie vorgekommenen Zahlen.
- Viele der Namen der Charaktere stehen in Verbindung mit geschichtlichen Figuren.
- In Österreich war „Lost“ auf ATV, in der Schweiz auf SFzwei
zu sehen.
- Es gibt unzählige Websites und Foren, auf denen Fans versteckten Hinweisen
in der Serie auf der Jagt sind.
- 2005 wurde „Lost“ von zahlreichen Zeitungen als beste Serie des
Jahres gekürt.
- Die Schauspieler Terry O´Quinn und Michael Emerson planen nach dem Ende
von „Lost“ ein eigenes Serienprojekt.
DVD-Verfügbarkeit
In Deutschland sind alle sechs Staffeln der Serie sowohl als DVD-Box als auch
auf Blu-Ray-Disc erhältlich. Auch die Serien-Soundtracks von Michael Giacchino
sind entweder als mp3-Download oder als CD zu kaufen.
Das von Obisoft kreierte Spiel zur Serie ist ebenfalls in Deutschland für
PC und Playsation3 zu haben.
Eine Komplettbox von „Lost“ soll auch in Deutschland erscheinen,
wofür es jedoch noch keinen genauen Veröffentlichungstermin gibt.
„Lost“ -Eine Erfolgsgeschichte
In seinen sechs Jahren stand „Lost“, wie kaum eine andere Serie,
im Blickpunkt der Zuschauer und Kritiker gleichermaßen. Die Serie schaffte
es in einem enormen Tempo, eine große Schar von Fans zu binden und gleichzeitig
auch Unterhaltung für die breiten Masse zu bieten. Zehn Emmy Awards und
bis zu 20 Millionen Zuschauer pro Woche unterstreichen die Fähigkeit von
„Lost“, zu begeistern.
Durch ihren komplexen und einzigartigen Erzählstil und die besondere Art
Charaktere zu zeichnen, hob sich die Fernsehserie „Lost“ ebenso
hervor wie durch die schauspielerischen Leistungen und die kreative Energie
hinter den Kulissen.
Dabei hat „Lost“ die Serienwelt nachhaltig geprägt und aufgezeigt,
wie eine Serie sein Potential ausnutzen kann. Auch wenn „Lost“ zum
Ende hin leicht konfus wurde und nur noch wenige Zuschauer folgen konnten, bleibt
„Lost“ in seinen vielen Facetten einzigartig und schlicht eine Serie,
die man gesehen haben muss.
So endet mit „Lost“ nach sechs Jahren wohl einer der größten
Serien des Jahrzehnts.
Sascha Koch
Moviesection.de
Bildmaterial © Walt Disney, Textmaterial: Moviesection.de