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Regie
Christian Zübert
Drehbuch
Christian Zübert
Produzenten
Robert Marciniak, Uli Aselmann
Genre Tragik-Komödie FSK 6 Filmlänge 94 min Land Deutschland Kinostart 13.10.2011 DVD-Start 16.03.2012 Blu-ray-Start 16.03.2012 Verleih Majestic Filmverleih |
Als er von seiner Frau verlassen wird, ist das für den mittlerweile über 60 Jahre alten Hartmut ein Schocker, den er nicht so schnell verkraften wird. Erst jetzt, nach über 30 Ehejahren, wird im bewusst, welche Fehler er gemacht hat und von welch unschätzbarem Wert seine Christel ist. Hartmut ist dazu gezwungen sein Leben nun alleine in den Griff zu bekommen und muss zudem Ordnung schaffen. Als immerzu missgelaunter und griesgrämiger Taxifahrer wird er es jedenfalls nicht sonderlich weit schaffen – und so wird er seine Christel zudem gewiss nicht zurückerobern kommen.
In dieser Phase seines Lebens kommt es nicht gerade passend, als plötzlich ein kleines türkisches Mädchen auf dem Rücksitz von Hartmuts Taxi Platz nimmt und fortan nicht mehr von seiner Seite weicht. Es stellt sich heraus, dass die Mutter der Kleinen weitverreist ist und dass ihre Großmutter, bei der sie während dieser Zeit eigentlich untergebracht sein soll, ins Koma gefallen ist. Notgedrungen nimmt Hartmut das Mädchen bei sich auf…
Elmar Wepper, Mercan-Fatima Türköglu, Ivan Anderson, Katja Rupé, Marie Leuenberger, Özay Fecht, Bernd Regenauer, Stefan Kügel, Ercan Karacayli, Albert Kitzl, Andreas Leopold Schadt
Für das Drehbuch zu "Dreiviertelmond" wurde Regisseur und Autor Christian Zübert 2011 den Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Dabei ist die Geschichte, die uns Zübert mit seiner Tragik-Komödie erzählt, auf den ersten Blick gar nicht allzu außergewöhnlich – wurde so oder so ähnlich im Grunde schon viele Male auf der Leinwand erzähle: Zwei sich fremde und zudem gänzlich verschiedene Menschen treffen per Zufall aufeinander. Die zu Beginn noch eher unglückliche Zwangspartnerschaft entwickelt sich mit der Zeit zu einer der wertvollsten zwischenmenschlichen Beziehungen, die beide Menschen bisher erleben durften. Obwohl sich „Dreiviertelmond“ dieser schon häufig bedienten Filmidee annimmt, gelingt es Christian Zübert dennoch das Besondere an der Geschichte zu finden und in seinem Film herauszuarbeiten. Unaufdringlich nimmt er sich dem griesgrämigen alten Mann, der sein kaltes Herz von einem kleinen türkischen Mädchen erwärmen lässt, an und erzählt dabei nicht nur eine Geschichte über das Älterwerden und über Neuanfänger, sondern auch ein bisschen etwas über sich fremde Kulturen, die langsam zusammenfinden. "Dreiviertelmond" verfällt dabei jedoch niemals den Klischees, sondern bleibt bis zum Schluss eine charmante und warmherzige Geschichte, die mitten aus dem Leben gegriffen scheint.
Dass das Konzept der Tragik-Komödie aufgeht, liegt neben dem tollen Drehbuch vor allem an Elmar Wepper, der in „Dreiviertelmond“ eine ähnliche Rolle wie bereits 2008 in Doris Dörries „Kirschblüten - Hanami“ übernimmt. Mit viel Feingefühl für die Ecken und Kanten seiner Figur, mit einem unglaublichen Gespür für Komik ebenso wie für Tragik und mit sicherer fränkischer Mundart überzeugt der deutsche Mime auch in Christian Züberts „Dreiviertelmond“ mit voller Wucht.
„Dreiviertelmond“ gelingt es im Gewöhnlichen das Außergewöhnliche zu finden und davon unaufdringlich, aber dennoch intensiv zu erzählen. Ein wunderbarer Film, der zum Reflektieren anregt, der lustig ebenso wie traurig ist und den man gerne an andere weiterempfiehlt.
Für das Drehbuch von "Dreiviertelmond" erhielt Christian Zübert 2011 den Bayerischen Filmpreis.
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