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Regie
Thomas McCarthy
Drehbuch
Thomas McCarthy
Produzenten
Lisa Maria Falcone, Michael London, Mary Jane Skalski
Genre Tragik-Komödie FSK 6 Filmlänge 106 min Land USA Kinostart 21.07.2011 DVD-Start 03.02.2012 Blu-ray-Start 03.02.2012 Verleih 20th Century Fox Germany |
Hätte Mike Flaherty, erfolgloser Rechtsanwalt und Trainer einer Ringer-Mannschaft, geahnt, welche Folgen sein Handeln in naher Zukunft haben wird, hätte er die Entscheidung wohl anders getroffen: Nicht ganz uneigennützig hat er vor Gericht zugestimmt, die Betreuung seines Klienten Leo Poplar zu übernehmen. Dieser leidet unter Demenz und soll daher fortan unter dauerhafter Beobachtung stehen. Anstatt sich jedoch liebevoll um den alten Herren zu kümmern, verfrachtet Mike Flaherty seinen Klienten in ein Altersheim und kassiert nebenbei üppig Geld für die Betreuung ein.
Einige Zeit später taucht plötzlich Kyle, der noch junge Enkel von Leo, auf. Gezwungenermaßen nehmen Mike und seine Frau Jackie den Teenager bei sich auf, da sich dieser weigert, zu seiner drogensüchtigen Mutter zurückzukehren. Schneller als gedacht schließen die Flahertys den neuen Familienzuwachs in ihr Herz. Als sich auch noch herausstellt, dass Kyle ein begnadeter Ringer ist, gehört der Teenager endgültig zum festen Bestandteil des Lebens der Familie.
Erst als Kyles Mutter Cindy in der Stadt auftaucht, droht das für Mike, Jackie und Kyle neugefundene Glück zu zerbrechen. Cindy ist selbst auf das Geld für die Betreuung ihres Vaters Leo angewiesen und bringt für Kyle etwas Licht ins Dunkle…
Paul Giamatti, Amy Ryan, Alex Shaffer, Bobby Cannavale, Jeffrey Tambor, Burt Young, Melanie Lynskey, Margo Martindale, David W. Thompson, Mike Diliello, Nina Arianda
Nachdem sich Thomas McCarthy seit den frühen 1990er Jahren regelmäßig als Schauspieler betätigte, macht er sich seit geraumer Zeit nun auch einen Namen als Drehbuchautor und Regisseur. Nach seinem Regie- und Autorendebüt „Station Agent“ (2004), landete er mit seinem zweiten Spielfilm „Ein Sommer in New York - The Visitor“ sogleich einen Volltreffer. Obwohl bereits 2007 entstanden, erblickte das Migranten-Drama bei uns in Deutschland erst 2010 das Licht der Leinwand, um dort schließlich üppig positiven Eindruck zu hinterlassen. Ähnlich unaufgeregt erzählt wie bereits „Ein Sommer in New York – The Visitor“, kommt 2011 mit „Win Win“ nun der nächste Film von Thomas McCarthy in unsere Kinos.
Thomas McCarthys Filme tragen eine besondere Handschrift. Sorgsam ausgedachte Geschichten, finden in einer unaufgeregten Inszenierung zu wahrer Intensität. Mit viel menschlichem Feingefühl erzählt „Win Win“ eine authentische Geschichte über einen mittelständischen Familienvater, der einen großen Fehler begeht und nun die Konsequenzen für sein Handeln tragen muss. Nicht nur der moralische Einschlag der Geschichte, in dem die Botschaft mit schwebt, dass Gewinnen nicht immer alles ist, ist es vor allem die Charakterzeichnung, die Thomas McCarthy besonders gelungen ist. Jeder seiner Figuren haftet viel Menschlichkeit an. Sie besitzen Stärken und Schwächen, wie sie jeder von uns kennt, sind gleichzeitig jedoch ungewöhnliche Menschen, deren bewegenden Lebensweg man mit Interesse und Aufmerksamkeit verfolgt. Mit vielen leisen Zwischentönen ausgestattet, vermittelt „Win Win“ viel Gefühl für Loyalität, Freundschaft und die Wichtigkeit von sozialen Gefügen wie Familie oder auch Sportvereine. Sinnbildlich setzt McCarthy den Wettkampfsport Ringen ein, um parallel zur Geschichte rundum den Kampf, den die Figuren im Leben zu führen haben, auch eine Geschichte über Sieg und Niederlage im Sport-Business zu erzählen. Die zwei Stränge ergänzen sich hervorragend und schließen sich letztlich zu einem sinnigen Gesamtwerk zusammen, das unaufgeregt und fesselnd zwischen Tragik und Komik pendelt.
Mit den beiden OSCAR-nominierten Schauspielerin Paul Giamatti und Amy Ryan, sowie mit dem neuaufstrebenden Talent Alex Shaffer ist „Win Win“ zudem hervorragend besetzt. Neben dem immer wieder herzergreifenden und bewegenden Schauspiel der beiden etablierten Erwachsenendarsteller, ist es vor allem Alex Shaffer, der in seiner Rolle des Ringers Kyle wahren Eindruck hinterlässt. Ursprünglich tatsächlich im amerikanischen Wrestling-Geschäft tätig, gibt er in „Win Win“ sein beeindruckendes Schauspieldebüt. Die Tiefen seiner nicht einfachen Figur Kyle kundschaftet er derart überzeugend und authentisch aus, dass man ihm schon jetzt weitere große Rollenengagements in Hollywood voraussagen kann.
Mit „Win Win“ liefert Drehbuchautor und Regisseur Thomas McCarthy einen außergewöhnlichen Film ab, der angenehm melancholisch, häufig aber auch angenehm witzig eine tolle Geschichte über außergewöhnliche Menschen und Lebensschicksale erzählt.
Alex Shaffer ist eigentlich Ringer. In "Win Win" gibt er sein überzeugendes Schauspieldebüt.
"Win Win" wurde im englischen Original gesehen und bewertet.
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