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Regie
Guillaume Canet
Drehbuch
Guillaume Canet
Produzenten
Alain Attal, Hugo Sélignac
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 154 min Land Frankreich Kinostart 07.07.2011 DVD-Start 08.12.2011 Blu-ray-Start 08.12.2011 Verleih Tobis Film |
Wie jeden Sommer lädt auch in diesem Jahr der Restaurantbesitzer Max zusammen mit Ehefrau Véro seine Freunde in sein Strandhaus am Cap Ferret ein. Doch kurz vor der geplanten Abreise kommt es zu einem schrecklichen Unfall, bei dem Ludo, einer aus der Freundesclique, schwer verletzt wird. Während Ludo im Krankenhaus um sein Leben ringt, beratschlagen die Freunde, was nun zu tun sei: trotzdem ans Meer fahren oder doch lieber bei Ludo ausharren? Die Entscheidung ist schnell getroffen: Max, Véro, Marie, Eric, Antoine, Vincent und Ehefrau Isabelle mit Kindern machen sich auf zum Haus am Meer. Dass Ludo währenddessen ganz allein in Paris im Krankenhaus liegt, scheint niemanden wirklich zu stören – es wird gefeiert, gestritten und gelacht. Jeder der Freunde hat mit seinen eigenen Problemen zu tun: Vincent erkennt, dass er Gefühle für seinen Freund Max hegt, womit der allerdings gar nicht umgehen kann. Die Stimmung zwischen den beiden ist dadurch merklich angespannt, womit keiner aus der ahnungslosen Freundesclique etwas anzufangen weiß. Doch auch die beziehungsunfähige Marie, der selbstverliebte Schauspieler Eric und Antoine, der seiner verlorenen Liebe nachtrauert, sind vorwiegend mit sich selbst beschäftigt.
Obwohl keiner wirklich über Ludo sprechen möchte, sind die gemeinsamen Unternehmungen irgendwie überschattet und alsbald verändert sich die Dynamik unter den Freunden: Kleine, scheinbar harmlose Lügen werden aufgedeckt, streng gehütete Geheimnisse kommen ans Tageslicht und die eine oder andere Maske fällt…
Francois Cluzet, Marion Cotillard, Benoit Magimel, Gilles Lellouche, Jean Dujardin, Laurent Lafitte, Valérie Bonneton, Pascale Arbillot
Es ist die Crème de la crème des französischen Kinos, die Regisseur Guillaume Canet für seine Tragikomödie „Kleine wahre Lügen“ verpflichten konnte. Allein schon der Name Marion Cotillard ist ja zum Garant für großes Kino geworden und tatsächlich gelingt es der schönen Französin wieder einmal, restlos zu überzeugen. Ihre Darstellung der Männer verschlingenden, aber dennoch tief traurigen Marie ist eine wahre Meisterleistung und beeindruckt zutiefst. Doch auch der großartige Francois Cluzet als gestresster Restaurantbesitzer Max, der sich von seinem scheinbar homosexuellen Freund bedrängt fühlt, ist eine Offenbarung. Daneben brillieren Benoit Magimel als Vincent, der sich in einer Identitätskrise befindet, Gilles Lellouche als viel zu sehr von sich eingenommener Schauspieler und Laurent Lafitte als Antoine, der alle mit seinem Liebeskummer nervt. Da bleibt nur zu sagen: großartige Darsteller, die eine absolut überzeugende Leistung abliefern.
Die Geschichte, die „Kleine wahre Lügen“ erzählt, ist, neben allem Humor und einer guten Portion Selbstironie, eine denkbar tragische. Hier zeigt sich, was so genannte Freundschaft oftmals tatsächlich bedeutet. Während einer aus der Freundesclique schwer verletzt um sein Leben kämpft, vergnügen sich die anderen ohne schlechtes Gewissen und sind vornehmlich mit den eigenen Problemen beschäftigt. Hier gerät man als unbeteiligter Zuschauer immer mehr in Rage angesichts dieser Doppelmoral. Auch wenn kleinen Episoden gleich die Probleme jedes einzelnen beleuchtet werden, vergisst man als Zuschauer in keiner Sekunde den hilflos daliegenden Ludo, an den im herrlichen Urlaubsdomizil kaum ein Gedanke verschwendet wird. Das Ende des Films, das gehörig auf die Tränendrüse drückt und mit Pathos nicht spart, ist deshalb ein richtiggehendes Ärgernis, scheint es doch die Verlogenheit der vermeintlichen Freunde noch zu unterstreichen und stückweise auch zu befürworten.
Dieser französische Film ist mit seiner Darstellerriege, einer gelungenen Inszenierung und einer vor allem zu Beginn großartigen Kameraführung eine wahre Kinoperle, die allerdings durch das unbefriedigende Ende etwas von ihrer Intensität einbüßt.
„Les petits mouchoirs“ war 2010 der zweiterfolgreichste Film in Frankreich und wurde von mehr als 5.3 Millionen Menschen gesehen.
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