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Regie
Tim Fehlbaum
Drehbuch
Tim Fehlbaum, Oliver Kahl, Thomas Wöbke
Produzenten
Gabriele M. Walther, Thomas Wöbke
Genre Horror-Thriller FSK 16 Filmlänge 89 min Land Deutschland, Schweiz Kinostart 22.09.2011 DVD-Start 26.04.2012 Blu-ray-Start 26.04.2012 Verleih Paramount Pictures |
Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Seit geraumer Zeit brennt die Sonne heiß auf die Erde nieder und macht ein Überleben im Tageslicht unmöglich. Durch die enorme Hitze und das Ausbleiben von Regen ist das Land restlos ausgetrocknet. Wasser ist ebenso knapp wie Nahrung. Phillip, Marie und deren kleine Schwester Leonie haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben und sich auf den Weg in die Berge gemacht, in der Hoffnung dort Wasser zu finden. Beim Kampf ums Überleben und bei ihrer Suche nach Wasser und Nahrung sind sie jedoch nicht alleine und Nächstenliebe ist in der harten Zeit schon lange ein Fremdwort geworden…
Hannah Herzsprung, Lars Eidinger, Lisa Vicari, Angela Winkler, Stipe Erceg
Nachdem Anfang des Jahres mit „Die kommenden Tage“ bereits ein Endzeitfilm aus Deutschland in unsere Kinos kam, legt Regisseur Tim Fehlbaum im September mit „Hell“ einen weiteren Genrefilm vor. Jahrelang soll Fehlbaum nach seinem Abschluss an der Hochschule für Fernsehen und Film in München an seinem Debütfilm gefeilt haben. Dem Endprodukt merkt man die intensive Arbeit und eingehende Überlegungen über die Gestaltungen einzelner Szenen oder des Sets im Allgemeinen auch deutlich an. Durch die kaum zu ertragende Hitze der Sonne, ist ein Überleben untertags im Sonnenlicht kaum möglich. Folglich spielen viele der Szenen in abgeschlossenen Räumen oder einem verdunkelten Auto. Die Welt, die zerstört ist und auf der ein Leben wie wir es heute kennen nicht mehr möglich ist, kann vom Zuschauer vor allem zu Beginn nur erahnt werden. Fehlbaum verzichtet darauf, vermutlich auch aus Kostengründen, den Zustand der leblosen Welt und Natur im Detail zu präsentieren und erschafft damit eine authentische Atmosphäre für seinen durchaus gewagten deutsch-schweizerischen Genrefilm. Dass die endzeitliche Atmosphäre, trotz minimalistischer Setgestaltung so gut zum Zuschauer transportiert wird, liegt an der überlegten Bildsprache und den treffenden Kameraeinstellungen, die den verschiedenen Szenarien immerzu hervorragend angepasst sind. Mal statisch auf das Geschehen gerichtet, mal schnell den Figuren auf der Fährte, gewinnt man bei „Hell“ schon bald den Eindruck, dass hinter der Kamera nicht nur jeder Handgriff gut überlegt war, sondern auch absolut saß. Je weiter die Geschichte voran schreitet, desto zentraler wird schließlich aber auch die Rolle der Schauspieler. Während der Story im minimalistisch gehaltenen Umfeld zunehmend die Ideen auszugehen scheinen, wird es immer spannender die Entwicklung der Figuren zu verfolgen. Allen voran ist eine mehr als überzeugende Hanna Herzsprung als Marie zu sehen, die mit ihrer Figur die radikalste Wandlung vollzieht und dabei mit ihrem Spiel wahren Eindruck hinterlässt. An ihrer Seite spielen mit Lars Eidinger und Lisa Vicari zwei ebenfalls starke Leinwandpartner. Die Figurenzeichnung und die schauspielerische Umsetzung verhelfen „Hell“ zu einer Tiefe, die man in der Geschichte, vor allem im letzten Drittel, stark vermisst. Fehlbaum und seine Mitdrehbuchautor Oliver Kahl und Thomas Wöbke setzen zu stark auf die dichte und zuteilen sehr gruselige Atmosphäre und vergessen dabei der Story wirkliche Diskussionsebenen beizusteuern. Politische oder gesellschaftskritische Äußerungen, wie man sie noch in „Die kommenden Tage“ erlebt hat, lassen sich bei „Hell“ meistens nur zwischen den Zeilen ablesen. Spannungsträger ist klar der bittere Kampf ums Überleben, die Flucht und die verzweifelte Suche nach einem Ort, an dem Leben möglich ist.
Trotz der gerade zum Ende hin etwas ideenlosen Geschichte, ist „Hell“ doch überraschend gut funktionierendes deutsches Genrekino. Die hervorragende Inszenierung und das überzeugende Darstellertrio verhelfen „Hell“ zu einer dichten und gruseligen Atmosphäre, wie man sie ansonsten nur aus amerikanischen Produktionen kennt.
"Hell" ist der Debütfilm von Tim Fehlbaum.
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