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Regie
Asghar Farhadi
Drehbuch
Asghar Farhadi
Produzent
Asghar Farhadi
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 123 min Land Iran Kinostart 14.07.2011 DVD-Start 27.01.2012 Blu-ray-Start 27.01.2012 Verleih Alamode Film |
Eigentlich lieben Nader und seine Frau Simin sich noch, dennoch sitzen sie vor dem Scheidungsrichter. Simin will, da das Visum endlich bewilligt wurde, endlich ausreisen und den Iran für immer verlassen, doch Nader möchte bleiben. In erster Linie wegen seinem Vater, der an Demenz leidet und ein Pflegefall ist. Auch seine Tochter will Nader nicht gehen lassen. Die Situation ist verfahren. Simin zieht zu ihren Eltern und Nader stellt Razieh für die Betreuung des Vaters ein. Als diese den Vater eines Tages ans Bett fesselt und alleine lässt, kommt es zum Eklat. Nader wirft Razieh mit Nachdruck aus der Wohnung und beschuldigt sie obendrein noch des Diebstahls. Wenig später erfährt er, dass sie ihr Kind verloren hat und behauptet, Nader habe sie die Treppe herunter gestoßen. Die Parteien stehen sich vor dem Richter wieder gegenüber und Aussage steht gehen Aussage. Je länger das Verfahren dauert, desto mehr Widersprüche tun sich auf beiden Seiten auf.
Peyman Maadi, Leila Hatami, Sareh Bayat, Shahab Hosseini, Sarina Farhadi, Merila Zare'i, Ali-Asghar Shahbazi, Babak Karimi, Kimia Hosseini, Shirin Yazdanbakhsh, Sahabanu Zolghadr
2011 stand die Berlinale ganz im Zeichen des Iran. Eigentlich sollte der regimekritische Regisseur Jafar Panahi in der Jury sitzen, doch er durfte nicht ausreisen. Dass ausregerechnet dann ein iranischer Film den goldenen und den silbernen Bären gewann, war da sicherlich auch ein politisches Statement der Jury. Der totalitär regierende Mahmud Ahmadinedschad hat mit seiner Politik nicht gerade dazu beigetragen, dass der Iran ein Land ist, das für Freiheit und Toleranz steht. „Nader und Simin – Eine Trennung“ lohnt es aber auch, abseits aller Statements anzusehen. Dem Regisseur und Drehbuchautor Asghar Farhadi ist ein vielschichtiges Drama gelungen, das – trotz einiger Längen - zugleich auch ein guter Krimi ist. Der Filmemacher zeigt hier, dass er ein guter Beobachter des Zwischenmenschlichen ist und es versteht, Probleme ohne großes Getöse einzufangen. Er setzt dabei auf eine schlichte, dokumentarische Erzählweise, die den Zuschauer dicht an die Figuren und ihr Schicksal heranträgt. Verkörpert werden diese von hervorragenden Darstellern, die mit einer großen Selbstverständlichkeit und Authentizität in ihre Rollen schlüpfen. Kraftvoll und berührend erzählt Asghar Farhadi, auch dank ihnen, nicht nur von der Trennung von Nader und Simin, sondern auch von Naders Verhältnis zu seinem Vater und zu seiner Tochter und von der Kluft zwischen Arm und Reich im Iran. Bei allem schwingen geschickt die Probleme mit, die der religiöse Fundamentalismus im Alltag dieser Menschen spielt. Für uns unvorstellbar, dass eine Pflegkraft sich erst bei ihren religiösen Führern absichern muss, bevor sie einen pflegebedürftigen, alten Mann waschen und umziehen darf, nachdem dieser sich eingenässt hat.
„Nader und Simin – Eine Trennung“ ist ein Film, bei dem man zwischen den Zeilen lesen muss und soll. Wie beiläufig erzählt uns Asghar Farhadi so auch viel über seine Heimat und das heutige Leben dort. Dafür verdient der Film jede Aufmerksamkeit, die er bekommt.
Das Drama gewann 2011 den Goldenen und den Silbernen Bären auf der Berlinale.
Bester ausländischer Film
Bestes Drehbuch (Original)
Bester ausländischer Film
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