17 Mädchen

17 filles

Regie Delphine Coulin, Muriel Coulin  Drehbuch Delphine Coulin, Muriel Coulin  Produzent Denis Freyd 
Genre Tragik-Komödie  Filmlänge 90 min
Land Frankreich  Kinostart 14.06.2012  Verleih Arsenal Film

Story

In der Küstenstadt Lorient, in der Bretagne, ist es ebenso ein Skandal wie eine Attraktion, als auf einem Gymnasium gleich 17 Mädchen auf einmal schwanger werden. Kein Außenstehender begreift so richtig, was bei den Mädchen vor sich geht und weshalb sie alle offensichtlich absichtlich schwanger werden. Für die Mädchen ist der Wunsch jedoch klar: sie sehnen sich nach Freiheit und Selbstbestimmung. Sie haben genug davon, sich von ihren Eltern bevormunden zu lassen. In ihren Fantasien ist der Entschluss zur Schwangerschaft ein großer Befreiungsschlag: endlich ausbrechen aus dem Elternhaus und, vor allem, beim eigenen Kind alles besser machen als die eigenen Eltern. Natürlich ist eine Schwangerschaft kein Zuckerschlecken und der Pakt, den die Mädchen untereinander geschlossen haben, keine leichte Herausforderung…

Schauspieler

17 Mädchen Louise Grinberg;Juliette Darche;Roxane Durane;Esther Garrel;Yara Pilartz;Solène Rigot;Noémie Lovowsky;Florence Thomassin;Carlo Brandt;Frédéric Noaille;Arthur Verret;Philippine Raude Toulliou;Sharleen Le Mero Pietruszka;Charlotte Alonso, Julia Ballester

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms 17 Mädchen Coming-of-Age-Filme haben wir in der Vergangenheit schon häufig in verschiedenen Varianten gesehen. Die Grundlage, die sich die Schwestern Delphine und Muriel Coulin für ihr Spielfilmdebüt „17 Mädchen“ ausgedacht haben, dürfte jedoch bislang ziemlich einzigartig im Genre sein. Auf einer wahren Geschichte beruhend, erzählen die Coulins von einer Gruppe Mädchen, die auf der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Indem die Mädchen einen Art Schwangerschaftspakt schließen und mit ihren dicken Bäuchen zur Attraktion im französischen Küstenort Lorient werden, suchen sie einen Ausweg aus dem unliebsamen Zwischenstadium. Auf sehr radikale Weise demonstrieren sie Freiheit und den Wunsch nach Selbstbestimmung.

Was durchaus Potential für einen lautstarken Film mit harten moralischen Ansätzen gehabt hätte, ist in der Coulin-Variante ein sehr unaufgeregt erzählter Film, der die große Sensation meidet. Bewusst wird den Diskussionen der Eltern, Lehrer und allgemein der Stimme der Gesellschaft innerhalb der Erzählung nicht viel Platz eingeräumt. Immer wieder findet der Fokus zurück zu den Mädchen und deren Sorgen, Ängsten, aber auch Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft. Die Rebellion der Teenager findet jedoch nicht mit Pauken und Trompeten statt, sondern wird von den beiden Regisseurinnen bewusst ruhig gehalten. Anstatt die Geschichte hollywoodlike zu erzählen, setzen Delphine und Muriel Coulin auf dokumentarisch wirkende Aufnahmen und spielen viel lieber in der Inszenierung mit härteren Gegensätzen – zeigen die Mädchen mal in langen, statischen Kameraeinstellungen wie sie nachdenkend in ihren Betten liegen, und mal wie sie rauchend, trinkend und tanzend am Strand ihre Sorgen zu vergessen versuchen. Bewusst verzichten die Regisseurinnen auch darauf, „17 Mädchen“ einem klaren Genre zuzuordnen. Ihr Film jedenfalls ist weder herausragend dramatisch, noch sonderlich lustig, sondern versucht einen stets authentischen Einblick in das Treiben der Mädchen zu gewähren.

Am Ende kommt es „17 Mädchen“ nicht immer zu Gute, dass Delphine und Muriel Coulin in ihrem Spielfilmdebüt weniger auf Sensation aus sind, als auf eine möglichst authentische Studie. Die ruhige und zuteilen nur wenig differenzierte Erzählweise macht die Geschichte und die Schicksale der Mädchen nicht immer klar greifbar. Letztlich überwiegt jedoch der Eindruck einer komplex erzählten Geschichte, die den Weg hin zum Erwachsenwerden klug mit den Gegensätzen zwischen Selbstbewusstsein, Sinnlichkeit, aber auch Verletzlichkeit pflastert.

Wissenswertes

17 Mädchen Die Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit in den USA.



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