Anonymus

Anonymous

Filmplakat Anonymus
Regie Roland Emmerich  Drehbuch John Orloff  Produzenten Roland Emmerich, Robert Leger, Larry Franco 
Genre Historien-Drama  FSK 12  Filmlänge 130 min
Land Großbritannien, Deutschland  Kinostart 10.11.2011  DVD-Start 16.05.2012  Blu-ray-Start 16.05.2012  Verleih Sony Pictures

Story

England, spätes 16. Jahrhundert: am englischen Königshof von Queen Elisabeth I. reihen sich etliche Intrigen aneinander. William Cecil und dessen Sohn Robert, die beiden engsten Berater der Königin, wollen den schottischen König auf dem Thron sehen, weshalb sie alles daran setzen die Konkurrenten aus dem Spiel zu nehmen und am Hof in Misskredit zu bringen. Nicht zuletzt spielt bei ihrem Vorhaben jedoch auch das einfache Volk eine wichtige Rolle. Der Pöbel tummelt sich derzeit jedoch vorzugsweise am Theater, wo die Werke von William Shakespeare aufgeführt werden. Was kaum einer ahnt: der ehemalige Schauspieler Shakespeare dient nur als Mittelsmann und hat für gefeierte Stücke wie „Hamlet“ oder „Romeo & Julia“ nicht eine Zeile selbst verfasst. Der wahre Autor der Werke ist der Graf von Oxford. Dieser hält letztlich auch die Fäden in der Hand und entscheidet zu jeder Zeit über die Stimmung des Pöbels gegenüber dem englischen Thron…

Schauspieler

Anonymus Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Joely Richardson, Sebastian Armesto, David Thewlis, Rafe Spall, Edward Hogg, Xavier Samuel, Mark Rylance, Derek Jacobi, Sam Reid, Jamie Campbell Bower, Joely Richardson, Paolo De Vita, Trystan Gravelle

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Anonymus Die Debatte um die Urheberschaft der Werke von Shakespeare begann vor mehr als 100 Jahren. Seither beschäftigten sich viele kluge Köpfe mit der alles umfassenden Frage: „Wer ist der tatsächliche Autor der Stücke, die heute William Shakespeare zugeschrieben werden?“ Ausgerechnet Roland Emmerich, der sich bislang mit wuchtigen Weltuntergangsszenarien wie „The Day After Tomorrow“ oder zuletzt „2012“ einen Namen machte, nimmt sich diesem viel diskutierten Thema nun an und bringt uns mit „Anonymus“ das elisabethanische England auf unsere Leinwände. Dabei führt er den Zuschauer in eine Zeit zurück, in der sich politische Intrigen ebenso wie gefährliche Liebschaften am englischen Königsthron an genau einem Ort öffentlich wiederspiegelten: auf der Bühne.

So ungewöhnlich das Genre für einen Mann wie Emmerich auch sein mag, so sehr kommt ihm seine berufliche Laufbahn bei der Inszenierung des Historienfilms zugute. Der deutsche Regisseur versteht den Umgang mit digitaler Technik besser als manch anderer und lässt auf der Leinwand ein glaubhaftes und häufig auch beeindruckendes Bild des alten Englands entstehen. Die namhaften Schauspieler fügen sich währenddessen toll in das authentische Filmsetting ein und tragen die Atmosphäre, die Emmerich durch seine routinierte Regiearbeit entstehen lässt, auch in ihrer Darstellung weiter. Neben Rhys Ifans als Earl of Oxford ist es vor allem Vanessa Redgrave, die in ihrer Rolle der alten Queen Elisabeth I. jede Menge Freude bereitet.
Die Geschichte, die sich rundum den Thron Queen Elisabeths I. und die fragwürdige Autorenschaft der Werke William Shakespeares spannt, wurde von Emmerich und seinem Drehbuchautor John Orloff recht konfus gestaltet. Noch bevor man sich mit all den Namen und Gesichtern bekannt gemacht hat, ist „Anonymus“ bereits zwei Zeitebenen zurückgesprungen, um sich schließlich wieder eine Ebene nach vorne zu wagen. Eine Rückblende folgt der nächsten, bis man sich nahezu gänzlich in der Geschichte verloren wiederfindet. Irgendwie wird das Unterhaltungsrad von den überzeugenden Darstellern und der dichten Atmosphäre dennoch am Laufen gehalten – bis sich das Dunkel langsam lichtet und man der Geschichte wieder gespannt folgt. „Anonymus“ macht es dem Zuschauer, mit Absicht, sicherlich nicht ganz leicht, büßt dabei jedoch nur wenig an Unterhaltungswert ein.

Nach sich sehr ähnlichen Filmen wie „Independent Day“ , „The Day After Tomorrow“ oder „2012“ ist „Anonymus“ sicherlich das bislang überraschendste Werk von Roland Emmerich. Vor allem die sehr ambitionierte Umsetzung eines spannenden Stoffes macht aus „Anonymus“ sehenswerte Kinounterhaltung, die den Zuschauer herausfordert und trotz 130 Minuten Filmlänge kaum Längen aufweist.

Wissenswertes

Anonymus Emmerichs Faszination für die Frage nach Shakespeares Urheberschaft wurde nach einem Gespräch mit dem Drehbuchautor John Orloff geweckt, der sich bereits seit Jahren mit der Thematik befasst hatte und eine erste Fassung eines Drehbuchs geschrieben hatte, damals noch mit dem Titel "Soul of the Age".

Auszeichnungen

Anonymus
OSCAR-Nominierungen

Beste Kostüme



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