Ein Tick anders

Filmplakat Ein Tick anders
Regie Andi Rogenhagen  Drehbuch Andi Rogenhagen  Produzenten Björn Vosgerau, Uwe Kolbe, Stefan Schubert, Ralph Schwingel 
Genre Komödie  FSK Filmlänge 87 min
Land Deutschland, 2011  Kinostart 07.07.2011  DVD-Start 24.02.2012  Verleih farbfilm verleih

Story

Eva hat „Schluckauf im Gehirn“, oder wie man es im Allgemeinen nennt: das Tourette-Syndrom. Obwohl ihr die Krankheit auf ihrem Lebensweg als Teenagerin immer wieder im Weg steht, hat sie doch einigermaßen gelernt damit umzugehen. Wirkliche Probleme bekommt sie erst, als ihr Vater plötzlich arbeitslos wird und das weitgehend geregelte Leben der Familie damit auseinanderzubrechen droht. Wer soll fortan für die immensen Kosten aufkommen, die Evas Mutter durch ihren Kaufwahnsinn produziert? Und überhaupt: Wie soll die Miete für das schmucke Heim fortan bezahlt werden? Eva kann dem langsam aufkeimenden Unheil nicht länger untätig zusehen und beschließt die Zügel nun selbst in die Hand zu nehmen. Nachdem sie sich eingestehen muss, dass sie mit ihrem Tourette-Syndrom so schnell keinen eigenen Job finden kann, beginnt sie zusammen mit dem Kleinkriminellen Onkel und der Oma, die es ebenfalls faustdick hinter den Ohren hat, einen Plan zu schmieden…

Schauspieler

Ein Tick anders Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Victoria Trauttmansdorff, Stefan Kurt, Renate Delfs, Falk Rockstroh, Katja Liebing, Jürgen Rißmann, Frank Auerbach, Steffen Scheumann, Jannis Niewöhner, Christian Tasche, Traute Hoess, Nora Tschirner

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Ein Tick anders ´Erst im vergangenen Jahr mauserte sich ein Film, der unter anderem das Thema Tourette-Syndrom aus tragisch-komischem Blickwinkel betrachtete, an die Spitze der deutschen Kinocharts. „vincent will meer“ avancierte nicht nur zum erfolgreichsten deutschen Film des vergangenen Jahres, sondern bescherte auch Hauptdarsteller Florian David Fitz den großen Durchbruch auf der Leinwand. „Ein Tick anders“ von Regisseur und Drehbuchautor Andi Rogenhagen ist nun die nächste deutsche Komödie, die sich dem Thema widmet – allerdings auf kaum vergleichbarem Niveau.

Einem direkten Vergleich mit „vincent will meer“ kann „Ein Tick anders“ kaum standhalten. Dennoch unterhält die Geschichte rundum die Tourette kranke Teenagerin Eva und deren Familien, in der kaum einer normaler tickt als Eva selbst, auf kurzweiligem Niveau. Innerhalb von rund 90 Filmminuten erzählt uns Rogenhagen in leichtem Tonfall eine Geschichte über ein bewundernswertes Mädchen, das einem mit ihrer frechen, aber doch verletzlichen Art, schnell ans Herz wächst. Mit Nachwuchsdarstellerin Jasna Fritzi Bauer, die gerade noch ihrer Ausbildung an einer Berliner Schauspielschule absolviert, ist die Rolle der Eva auch passend besetzt. Als würde sie ihr ganzes Leben lang nicht anders „ticken“, gibt Jasna diese nicht alltägliche Rolle mit viel Überzeugungskraft. Mit viel Natürlichkeit ausgestattet, findet sie sich schnell in ihrer Rolle ein und passt sich dem schwerelosen Erzählton des Filmes hervorragend an.

Was „Ein Tick anders“ jedoch eindeutig fehlt, ist die erzählerische Tiefe. Obwohl durchaus auch die tragischen Seiten des Lebens von Eva und ihrer etwas anders tickenden Familie anklingen, bleibt Andi Rogenhagens Film doch stets eine leicht unterhaltende Komödie, der der wahre Blick hinter die Fassade nicht gelingen mag. Dazu wirkt die Geschichte häufig zu konstruiert und die Inszenierung, die zumeist auf die Erzählstimme aus dem Off zurückgreift, zu wenig einnehmend. Leichtfüßig und nicht selten auch komisch plätschert die Geschichte vor sich hin, ohne je zu einem wirklichen Höhepunkt zu finden. Schade, denn so bleibt „Ein Tick anders“ eine Komödie, die in ihrem Rahmen zwar gut unterhält, die es zum großen Kinohit jedoch kaum schaffen wird.

Wissenswertes

Ein Tick anders Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer wurde für ihre Darstellung mit dem Nachwuchsdarstellerpreis des Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.



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