|
Regie
Adnan G. Köse
Drehbuch
Adnan G. Köse, Andrea Kriegl
Produzenten
Clarens Grollmann, Fritjof Hohagen
Genre Musikfilm FSK 0 Filmlänge 95 min Land Deutschland Kinostart 18.08.2011 DVD-Start 15.03.2012 Blu-ray-Start 15.03.2012 Verleih Kinowelt |
Der 18jährige Marvin stammt aus besseren Verhältnissen: Aufgewachsen ist er in einer Vorstadtvilla als Sohn einer erfolgreichen Immobilienmaklerin. Eigentlich würden ihm, durch den finanziellen Reichtum seiner Mutter, alle Türen zur Welt offenstehen. Marvin kann sich jedoch nicht dazu durchringen, seiner Mutter im Geschäft unter die Arme zu greifen. Anstatt im schicken Anzug potentielle Kunden durch Luxushäuser zu führen, will er lieber seinen Traum von der großen Rapperkarriere wahr werden lassen. Kurz entschlossen reißt er also von Zuhause aus und muss fortan ohne das Geld seiner Mutter über die Runden kommen. Zufällig stößt er schon bald auf die Clique rund um den Oberchecker Osman, der ihm dabei behilflich sein könnte, seinen Traum zu erfüllen. Durch Osmans Hilfe erfährt Marvin zudem zum ersten Mal in seinem Leben, was es bedeutet respektiert zu werden. Gleichzeitig verliebt er sich jedoch auch in Osmans Mädchen Stella – was schon bald für dicke Luft in der neugefundenen Freundesclique sorgt. Karriere oder Liebe?
Jimi Blue Ochsenknecht, Sabrina Wilstermann, Ismail Deniz, Ali Murtaza, Selina Shirin Müller, Günther Kaufmann, Detlef D! Soost, Tai Jason, Ann-Kathrin Kramer
Nach dem überzeugenden Sport-Drama „Laufe um dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“ wechselt Regisseur Adnan G. Köse das Genre und bringt uns mit seinem nächsten Regiewerk „Homies“ einen Teenagerfilm in die Kinos, den er in der Rapszene ansiedelt. Als Hauptdarsteller ist Jimmi Blue Ochsenknecht mit dabei, der nach zwei veröffentlichten Alben sein musikalisches Talent nun auch auf der Leinwand ausleben darf.
Was sich in gewisser Weise stimmig anhört und unter gewissen Gesichtspunkten betrachtet auch erfolgversprechend klingt, entpuppt sich schon bald als Tiefpunkt des deutschen Kinosommers 2011. Der Ideengehalt von „Homies“ ist schnell aufgebraucht, die Moral der Geschichte schon nach wenigen Filmminuten ermüdend: „Träume müssen gelebt werden und man kann alles schaffen, wenn man sich dabei nur selbst treu bleibt.“ Frei nach diesem Motto begeben sich die jungen Protagonisten des Films auf die Suche nach ihrem Sinn des Lebens und sehen dabei nicht nur reichlich uninspiriert aus, sondern sind es auch in ihrem Handeln. Während Phrasendreschen ganz großgeschrieben wird („Es kommt nicht darauf an was man tut oder wo man her kommt. Es kommt nur darauf an wo man hin will.“), gelingt es der Story an keiner Stelle in Fahrt zu kommen. Von Anfang an ist alles an „Homies“ ungenießbar träge. Teilnahmslos gibt man sich als Zuschauer dem lethargischen Spiel der Darsteller hin, während die Kamera ermüdend langsam über deren ausdruckslosen Gesichter fährt und dabei geradezu darauf zu warten scheint, dass sich dort vielleicht doch noch glaubhafte Emotionen niederschlagen. Fehlanzeige! Vor allem Jimmi Blue Ochsenknechts Mimik ist so ausdrucksstark wie ein Holzstuhl. In seiner Rolle des Marvin hinterlässt er ein geradezu peinliches Bild seiner selbst. Fairerweise muss jedoch beigesteuert werden, dass der Rahmen, in dem der jüngste Ochsenknecht-Sohn agieren darf, auch nicht unbedingt viel Positives zum Gesamterscheinungsbild beiträgt. Die Beweggründe von Oberschichtensohn Marvin, der sich bewusst für ein Leben „auf der Straße“ entscheidet, um endlich den Traum von der großen Rapkarriere wahr werden zu lassen, werden im Drehbuch sowie in der Inszenierung schon derart absurd, zusammenhangs- und vor allem ergebnislos dargelegt, dass selbst die talentiertesten Schauspieler nicht mehr viel hätten retten können.
Frei von jeglicher kreativen Inspiration, ist „Homies“ ein offensichtlich schnell abgedrehter und lieblos zusammen geschnittener deutscher Musikfilm für Teenager. Dann doch lieber „Rock it!“ auf DVD kaufen.
Detlef D! Soost ("Popstars") spielt Stellas Mentor und Tanzcoach, zudem entwarf er die Choreographien für den Film.
| Besucherbewertung |
|---|