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Regie
John Madden
Drehbuch
Matthew Vaughn, Jane Goldman, Peter Straughan
Produzenten
Eitan Evan, Eduardo Rossoff, Kris Thykier, Matthew Vaughn
Genre Agentenfilm FSK 16 Filmlänge 114 min Land USA, Großbritannien, Unganrn Kinostart 22.09.2011 DVD-Start 26.01.2012 Blu-ray-Start 26.01.2012 Verleih Universal Pictures |
Israel, 1997: Die ehemalige Mossad-Agentin Rachel Singer ist stolz, als ihre Tochter Sara ihr erstes Buch präsentiert. Ein Buch, das die Geschichte ihres ersten lebensgefährlichen Außeneinsatzes für den israelischen Geheimdienst in Ostberlin erzählt und wie sie mit ihren beiden Kollegen den berüchtigten „Chirurgen von Birkenau“ Dieter Vogel zur Strecke bringen konnte. Als weiblicher Lockvogel hatte sie damals, 1965, das Team von Stephan Gold und David Peretz ergänzt. Die beiden waren sehr unterschiedliche Männer und wurden für ihre Tat in Israel wie Helden verehrt. Rachel und Stephan konnten daraufhin ihre Karrieren auf diesem Ruhm aufbauen. Kurz vor der Buchpräsentation taucht David nach 30 Jahren plötzlich wieder aus der Versenkung auf und mit ihm die Ereignisse von damals. Rachel und Stephan werden von der Vergangenheit und Davids Offenbarungen zurück in jene Tage katapultiert, als das Dreiergespann nicht nur durch eine tragische Liebe miteinander verbunden war, sondern die größte Lüge ihres Lebens ihren Anfang nahm.
Jessica Chastain, Sam Worthington, Helen Mirren, Ciarán Hinds, Tom Wilkinson, Marton Csokas, Jesper Christensen, Adar Beck, Nitzan Sharron, Romi Aboulafia, Alexander E. Fennon
Aus den Untiefen des Geheimdienstmilieus schmiedeten schon einige findige Drehbuchautoren immer wieder packende Geschichten für die große Leinwand. Unter der Regie von „Shakespeare in Love“-Regisseur John Madden entstand mit „Eine offene Rechnung“ ein weiterer spannender Vertreter dieser Thrillergattung, der in den entscheidenden Momenten den Mut zu konsequenter Härte hat und sich bis zum Schluss eine fesselnde Undurchsichtigkeit bewahrt. Nach der Vorlage eines israelischen Filmes schuf das Autorengespann Matthew Vaughn, Jane Goldman und Peter Straughan eine Geschichte, die einen von Beginn an in ihren Bann zieht, uns mit der vermeidlichen Präsentation des Rätsels Lösung am Anfang narrt, nur um sich dann in intelligent verschachtelte Rückblenden einen neuen Weg zu suchen, der sich nicht nur als harter Actionthriller präsentiert, sondern auch als gutes Psychogramm tragischer Ereignisse. Das ansonsten intelligent konstruierte Drehbuch nutzt dabei die prickelnde Liebesgeschichte zwischen Rachel, Stephan und David aber leider allzu offensichtlich nur als geradlinig inszeniertes Mittel zum Zweck und geizt auch sonst mit persönlichen Motiven der drei Agenten, was schade ist, sind sie doch durchweg als interessante und vielschichtige Charaktere angelegt. Hier hätte das Drehbuch auch die Chance gehabt in die historische und politische Tiefe zu gehen, was Matthew Vaughn, Jane Goldman und Peter Straughan jedoch elegant umschifft haben, in dem sie sich ganz auf die spannungsgeladene Spionageaspekte gestürzt haben. Dass man über diese Schwächen letztlich aber hinwegsehen kann, ist der atmosphärisch dichten Inszenierung von John Madden zu verdanken, der die Fäden der Geschichte fest in der Händen hält und zwischen Nostalgie und Gegenwart die richtige Bildersprache gefunden hat. So fiebert man mit Rachel, die letztlich erkennen muss, dass sich das Schicksal nicht betrügen lässt und die Wahrheit immer mit Macht an die Oberfläche drängt, bis zur Auflösung der rätselhaften Verstrickung.
Ein prominent besetzter und überzeugend agierender Cast trägt letztlich auch dazu bei, dass aus „Eine offene Rechnung“ spannendes Agenten-Thriller-Kino wird, das seine Möglichkeiten zwar nicht durchweg ausschöpft, jedoch packende und genregerechte Unterhaltung garantiert. Besonders glänzt hier einmal mehr Helen Mirren als gealterte Rachel.
Das Drehbuch basiert auf dem israelischen Agenten-Drama "Ha-Hov" aus dem Jahr 2007.
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