Shame

Filmplakat Shame
Regie Steve McQueen.  Drehbuch Abi Morgan, Steve McQueen.  Produzenten Iain Canning, Emile Sherman 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 99 min
Land Großbritannien  Kinostart 01.03.2012  DVD-Start 13.09.2012  Blu-ray-Start 13.09.2012  Verleih Prokino

Story

Brandon gehört zu der breiten Masse an smarten Männern in den Dreißigern, die sich mit Job und hübscher Wohnung in New York niedergelassen haben. Als Ablenkung von der alltäglichen Arbeitsroutine gibt er sich in seinem exzessiven Sexleben hin: schnelle Affären, One-Night-Stands mit vorzugsweise Prostituierten und zu Hause immer das passende Filmchen oder die passende „Internetbekanntschaft“ vor der Webcam parat. Brandon scheint jedoch alles unter Kontrolle zu haben, bis zu dem Tag als seine Schwester Sissy in die Stadt kommt und sich in Brandons kleiner Wohnung einquartiert. Ihre Anwesenheit und das Bedürfnis nach Nähe treibt Brandon nur noch tiefer hinein in das düstere Nachleben von New York…

Schauspieler

Shame Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale, Hannah Ware, Amy Hargreaves, Nicole Beharie, Lucy Walters, Elizabeth Masucci

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 2 von 5 Ms Shame Steve McQueen ist Künstler. 1999 erhielt er für seine Fotografien und Installationen den Turner Prize, er gehört zu den „Young British Artists“ und der Kunstbiennale hat er einst eine Videoarbeit beigesteuert. Natürlich sind auch seine Filme von einem stark künstlerischen Ansatz durchzogen, was seine filmischen Arbeiten immer wieder für Festivals interessant zu machen scheint. Nach seinem in Cannes gefeierten Regiedebüt „Hunger“ (2008) liefert McQueen 2011 auch mit „Shame“ einen Spielfilm ab, der auf öffentliches Interesse stieß. In Venedig lief die zweite Regiearbeit des Briten im Wettbewerb um den Goldenen Löwen und vor allem Michael Fassbender wurde für seine Darstellung des sexbesessenen New Yorker mit viel Lob und Preisen bedacht. Nicht absprechen möchte man „Shame“ auch, dass die wohlkomponierten Bilder ihre Wirkung erzielen und Eindruck hinterlassen. Die vielen langen Szenen werden durch die Detailverliebtheit und das gute Gespür des Regisseurs für Tempo und Rhythmus zu einem intensiven visuellen Erlebnis. Die Kamera fährt wohlwissend und gewissenhaft über die Szenarien, die sich vor ihr abspielen und der Schnitt arrangiert die Kamerabilder zu einem auf visueller Ebene stimmigen Gesamtkonstrukt.

Sonderlich mehr als ein bildlich beeindruckend arrangierter und sorgsam durchkomponierter Film darf jedoch nicht erwartet werden. Der Plot ist zu dünn, als dass man tatsächlich von einer erzählten Geschichte sprechen könnte. Bis zum Schluss bleiben die Probleme und die Beweggründe für das Handeln der beiden Hauptfiguren undurchsichtig. Dem zweifelsfrei verkorksten Geschwisterpaar fehlt es an Konturen, die dem Zuschauer ihr Schicksal begreiflich machen würden. Anstatt also zu verstehen, was Dreh- und Angelpunkt vor allem von Brandons Sexbesessenheit ist, bekommt man kaum mehr als viel nackte Haut im richtigen Licht geboten. In nur ganz wenigen Momenten lässt „Shame“ tiefere Einblicke zu, aus denen schlussendlich jedoch nicht wirklich viel Substanz herausgeholt wird. Wenn Sissy beispielweise sagt „Wir sind keine schlechten Menschen. Wir kommen nur von einem schlechten Ort.“, dann klingt das zunächst beeindruckend und irgendwie auch nach einer Erklärung, führt letztlich jedoch nirgendwo hin - denn die Erklärung oder eine tatsächliche Tiefe hinter all den schönen Bildern und Worten bleibt „Shame“ dem Zuschauer bis zum Abspann schuldig.

So entwickelt sich Steve McQueens „Shame“ immer mehr zu einem schön anzusehenden Film, der auf visueller Ebene vielleicht seinen Beitrag zum Thema Körperlichkeit in der heutigen Gesellschaft leisten mag, der jedoch zu schleierhaft und zu geheimnisvoll mit seinen zu oberflächlichen Figuren hantiert. Von einer Tiefe in der Figurenzeichnung und einem tieferen Verständnis für deren Handeln und deren Probleme mag man am Ende des Films jedenfalls nicht sprechen - allenfalls von einem Film mit kraftvoller, aber nirgendwo so richtig hinführender Bildsprache.

Wissenswertes

Shame "Shame" lief bei den 68. Internationalen Filmfestspielen von Venedig und wurde dort mit dem FIPRESCI-Kritikerpreis ausgezeichnet. Michael Fassbender erhielt die "Coppa Volpi" als Bester Schauspieler.

Auszeichnungen

Shame
Golden Globe-Nominierungen

Bester Schauspieler - Drama (Michael Fassbender)



Besucherbewertung
4.0 / 5  (8 votes)

Warning: require_once(/www/htdocs/w006b97b/movies/neu/app/webroot//app/webroot/img/recaptchalib.php) [function.require-once]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w006b97b/movies/neu/app/views/filme/usercomment.php on line 15

Fatal error: require_once() [function.require]: Failed opening required '/www/htdocs/w006b97b/movies/neu/app/webroot//app/webroot/img/recaptchalib.php' (include_path='/www/htdocs/w006b97b/movies/neu:/www/htdocs/w006b97b/movies/neu/app/:.:/usr/share/php:..') in /www/htdocs/w006b97b/movies/neu/app/views/filme/usercomment.php on line 15