Cheyenne - This Must Be the Place

This Must Be the Place

Filmplakat Cheyenne - This Must Be the Place
Regie Paolo Sorrentino  Drehbuch Paolo Sorrentino, Umberto Contarello  Produzenten Francesca Cima, Nicola Giuliano, Andrea Occhipinti 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 118 min
Land Italien, Frankreich, Irland  Kinostart 10.11.2011  DVD-Start 05.04.2012  Blu-ray-Start 05.04.2012  Verleih Delphi Filmverleih

Story

Einst war Cheyenne ein gefeierter Rockstar und Idol von Millionen von Teenagern. Heute jedoch ist der 50 Jahre alt und von den alten Zeiten ist außer dem immer noch gleichen Look nicht mehr viel übrig geblieben. Seit beinahe 20 Jahren lebt er nun schon ein zurückgezogenes Leben an der Seite von seiner Frau Jane, die ihren Ehemann nach wie vor wie einen Rockstar liebt und vergöttert. Erst als Cheyenne die Nachricht von dem Tod seines Vaters bekommt, entflieht er langsam dem Leben in der Villa in Dublin.
Seit 30 Jahren hat Cheyenne seinen Vater nicht gesehen. Auf der Beerdigung in New York erfährt er durch seine Verwandtschaft von der Besessenheit seines Vaters: als Jude wurde er einst Opfer des Holocausts. Obwohl er mit dem Leben davon gekommen ist, ist ihm eine Erinnerung für immer geblieben: ein deutscher Mann, der ihn vor vielen Jahren gedemütigt und entehrt hat. Sein ganzes Leben hat Cheyennes Vater damit verbracht, diesen Mann zu suchen und Rache zu üben – allerdings vergebens. An seiner Stelle tritt nun Cheyenne die Suche an. Er begibt sich auf eine Reise, die ihn ins Herz der USA führt und schließlich zu sich selbst...

Schauspieler

Cheyenne - This Must Be the Place Sean Penn, Frances McDormand, Judd Hirsch, Eve Hewson, Harry Dean Stanton, David Byrne, Joyce Van Patten, Simon Delaney, Shea Whigham, Liron Levo, Heinz Lieven

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Cheyenne - This Must Be the Place Paolo Sorrentino hat sich als Regisseur und Drehbuchautor in den vergangenen Jahren hauptsächlich einen Namen in seinem Heimatland Italien gemacht. Von dort aus hat er auch selten über den Tellerrand hinausgeschaut. „Cheyenne – This Must Be The Place“ ist jedenfalls die erste Regiearbeit, für die Sorrentino mit Sean Penn einen international bekannten, amerikanischen Star mit ins Boot holt. Überraschenderweise ist es dann jedoch nicht der zweifache OSCAR-Preisträger, über den man nach dem Film als erstes sprechen möchte, sondern vielmehr über die beeindruckende schöne Bildgestaltung. Nach dem Abspann von „Cheyenne – This Must Be The Place“ hallt vor allem eines nach: das Wissen und vor allem das beeindruckende Gefühl gerade ein visuelles Meisterwerk gesehen zu haben. Die außergewöhnlich fahrende Kamera fängt ungewöhnliche Bilder ein, die sich schnell in das Gedächtnis einbrennen. Untermalt werden die tollen Bilder von einer Tonkulisse, die sich zu jeder Zeit hervorragend der Atmosphäre der Bilder, aber auch der Geschichte anpasst.
Dann kommt allerdings doch Sean Penn ins Spiel, der in seiner Rolle des lethargisch gewordenen Rockstars erneut eindrucksvoll seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. So skurril wie er in „Cheyenne – This Must Be The Place“ auftritt - als Robert Smith-Verschnitt, mit unvergleichbar schwarzer Mähne, noch schwärzerem Kajal und knallig roten Lippen - haben wir ihn jedenfalls noch nie auf unseren Leinwänden zu Gesicht bekommen. Schade jedoch, dass seine Figur im Drehbuch zu wenig facettenreich angelegt ist. Ist man zu Beginn noch fasziniert von Penns Darbietung und steht schon kurz davor ihm die nächste Nominierung für den OSCAR zu prognostizieren, verliert der Mime in seiner Rolle schon bald den anfänglichen Eindruck des Außergewöhnlichen. Die Wandlung, die Cheyenne auf seinem Roadtrip durch die USA durchlebt, vollzieht sich zu schleppend. Im Grunde genommen kommt der große Knall erst, wenn der Film zu Ende ist. Zuvor verharrt die Figur weitgehend in ihrem Sein, nimmt nur kleine Schritte hin zur Veränderung, wodurch Sean Penn in seiner Darstellung nur wenig Spielraum gegeben wird.
Auch die Geschichte, die „Cheyenne – This Must Be The Place“ erzählt, wagt zu wenig. Paolo Sorrentino spannt verschiedene Ebenen innerhalb seiner Erzählung auf, stellt viele leise Andeutungen in dem Raum, führt viele Fäden jedoch nicht stimmig zusammen. Die Kontraste zwischen Cheyenne, der die Leichtigkeit des Lebens das ein oder andere Jahr zu viel zelebriert hat, und den tragischen Erinnerungen an den Holocaust, die Cheyennes Vater sein ganzes Leben mit sich getragen hat, werden von Sorrentino manchmal zu schleierhaft herausgearbeitet. Ein stimmiges Gesamtbild der Geschichte will sich am Schluss jedenfalls nicht ergeben.

Wissenswertes

Cheyenne - This Must Be the Place "Cheyenne - This Must Be The Place" lief auf den 64. Filmfestspielen von Cannes.
Die Musikauswahl stammt von David Byrne.



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