Kriegerin

Filmplakat Kriegerin
Regie David Wnendt  Drehbuch David Wnendt  Produzenten René Frotscher, Eva-Marie Martens 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 106 min
Land Deutschland  Kinostart 19.01.2012  Verleih Ascote Elite

Story

Die 20jährige Marisa hat sich einer rechtsextremen Gruppe in ihrer Heimatstadt angeschlossen. Ihr Körper wird von zahlreichen Tattoos geziert, die noch um zwei weitere ergänzt werden sollen: auf dem einen Oberarm will sie sich das Bild ihres rechtsextremen Opas eintätowieren lassen, auf dem Rücken das von Adolf Hitler. Seit ihr Freund im Knast sitzt, ist ihr Hass auf alles und jeden noch schlimmer geworden. Als Skinheadbraut scheut sie sich auch nicht, diesem freien Lauf zu lassen. Wenn es sein muss, schlägt sie zu und zwar kräftig.
In etwa zur gleichen Zeit gestellt sich die 15jährige Svenja zu der Clique. Marisa erkennt sich in Svenja wieder. Dadurch, und durch eine Reihe weiterer Ereignisse, beginnt sich die 20Jährige langsam zu verändern. Doch der Weg raus aus der Szene ist härter als der rein…

Schauspieler

Kriegerin Alina Levshin, Jella Haase, Gerdy Zint, Lukas Steltner, Winnie Böwe, Uwe Preuss, Rosa Enskat, Haymon Maria Buttinger, Klaus Manchen, Andreas Leupold

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 2 von 5 Ms Kriegerin Für „Kriegerin“ recherchierte Regisseur und Drehbuchautor David Wnendt viele Jahre im Milieu rechtsextremer Jugendlichen, um uns ein brisantes Thema möglichst authentisch auf die Leinwände zu bringen. Dass hinter den 106 Filmminuten viel Recherchearbeit steckt, will man auch gerne glauben. Dennoch gelingt es „Kriegerin“ nicht zu einem authentischen und nachhaltig wirkenden Sozialdrama zu werden. Selbst wenn es Wnendts Ziel war möglichst wenig auf Klischees zu setzen, wirkt sein „Kriegerin“ letztlich doch wie ein stereotyper Einblick in ein Milieu, wie es auf der Leinwand schon zahlreiche Male dargestellt wurde und dem es eindeutig an einer tiefergreifenden Betrachtungsweise fehlt. Die Gründe, die Wnendt für das Abtriften der Jugendlichen in den Rechtsextremismus anführt, reichen von jugendlicher Rebellion gegen das Elternhaus, über Wut und Hass auf jeden und alles, bis hin zu fataler Liebe zum falschen Zeitpunkt. Vor allem die Beweggründe von Protagonistin Marisa bleiben bis zum Schluss sehr konturlos und lassen nur schleierhafte Einblicke zu. Dahingegen wird der Standpunkt von der gerade mal 15jährigen Svenja viel deutlicher herausgearbeitet, wirkt in seiner zugespitzten und klischeehaften Darstellung zugleich jedoch nur wenig glaubhaft: nachdem sie unschuldig offenbart nicht einmal zu wissen wer Hitler war, bricht sie nur wenige Szenen später mit viel Lärm aus ihrem weitgehend intakten Elternhaus aus, um sich den Skinheads und deren leere Parolen anzuschließen. Was sie in der rechtsradikalen Szene macht und welches ihre Ziele sind, scheint ihr bis zum Schluss nicht ganz klar zu sein. Auch wenn hier mit der Unaufgeklärtheit zahlreicher Jugendlichen sicherlich eines der wichtigsten Probleme thematisiert wird, wirkt Svenjas unreflektiertes Handeln sehr konstruiert. Bis zum Schluss eckt die Erzählung durch ihre nur allzu plakative Darstellung des rechtsextremen Milieus an verschiedenen Stellen an. Die Botschaft ist klar und sicherlich auch wichtig, doch transportiert „Kriegerin“ diese leider auf nur wenig überzeugenden Wegen.

Wissenswertes

Kriegerin In der Königsdisziplin "Abendfüllender Spielfilm" setzte sich Regisseur und Drehbuchautor David Wnendt beim First Steps Award 2011 gegen drei Mitnominierte durch und gewann mit seinem Sozialdrama den Hauptpreis.



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