|
Regie
Jim Kohlberg
Drehbuch
Gwyn Lurie, Gary Marks
Produzenten
Julie W. Noll, Jim Kohlberg, Peter Newman, Greg Johnson
Genre Drama FSK 0 Filmlänge 105 min Land USA, 2011 Kinostart 29.03.2012 Verleih Senator Film |
Vor zwanzig Jahren verließ Gabriel Sawyer nach einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem Vater über den Vietnam-Krieg sein Elternhaus und kehrte nie zurück. Henry Sawyer, der immer glaubte über die Musik eine besondere Verbindung zu seinem Sohn zu haben, verstand ihn nicht mehr. Plötzlich hörte „Gabe“ die Beatles, Bob Dylan oder Grateful Dead und wetterte gegen die Regierung. Für den Ingenieur war das alles nur lauter Krach, für Gabriel hingegen eine Lebenseinstellung. Als 1986, nach all den Jahren, plötzlich das Telefon klingelt und die Sawyers erfahren, dass ihr Sohn mit einem Gehirntumor im Krankenhaus liegt und sofort operiert werden muss, kommen schmerzvolle Erinnerungen ans Tageslicht. Nach der OP ist Gabriels Gedächtnis, insbesondere sein Kurzzeiterinnerungsvermögen, stark gestört. Er erinnert sich ab einem bestimmten Zeitpunkt an fast nichts mehr. Es ist die Musiktherapeutin Dr. Dianne Daly, die erkennt, dass bestimmte Songs aus den 1960er und 1970er Jahren die Tür zu Gabriels kognitiven Fähigkeiten wieder öffnet. Und so bekommen Vater und Sohn die wertvolle Gelegenheit über die Leidenschaft zur Musik wieder in Kontakt zu treten…
Lou Taylor Pucci, J.K. Simmons, Cara Seymour, Julia Ormond, Scott Adsit, James Urbaniak, Max Antisell, Ryan Karels, Peggy Gormley, Tammy Blanchard, Josh Segarra, Xander Johnson, Jesse Roche, Erica Fae, Mía Maestro
Musik verbindet uns. Musik trennt uns. Wir verknüpfen Erinnerungen und Erfahrungen mit Songs, die uns berühren. Orte und Erlebnisse werden wieder lebendig, wenn bestimmte Klänge im Radio erklingen. Kurz: Musik bereichert unser Leben und ist untrennbar mit unseren Emotionen verbunden. Wie sehr, dies zeigt uns die wundervolle und auch berührende Geschichte, die „The Music Never Stopped“ erzählt. Die Story von dem Amnesiepatienten Gabriel und seinem Vater Henry schleicht sich auf leisen Sohlen in unsere Herzen. Still und leise, aber mit berührender Nachdrücklichkeit erzählt sie davon, wie sich Vater und Sohn verloren haben und nun die Chance bekommen über die Musik sich wieder zu finden. Das Drehbuch, das Gwyn Lurie und Gary Marks schrieben und für das sie ein Essay von Oliver Sacks zu Grunde legten, ist dabei so gut wie frei von klischeehafter Rührseligkeit. Es sind hier die kleinen Momente, die liebevoll und sensibel verbunden, von einer Annäherung zwischen zwei Menschen berichtet, die sich eigentlich gegenseitig verloren gegeben hatten.
Jim Kohlberg gibt mit „The Music Never Stopped“ sein Regiedebüt. Der Produzent macht seine Sache gut, auch wenn der Inszenierung teilweise etwas mehr Ecken und Kanten gut gestanden hätten. Kohlberg verbindet routiniert und in einer klassischen Erzählstruktur Vergangenheit mit Gegenwart und verleiht der Geschichte trotz der Tragik eine wohltuende Leichtigkeit. Mit Lou Taylor Pucci (“Thumbsucker - Bleib wie du bist!“) und J.K. Simmons (TV-Serie „The Closer“) wurden die beiden richtigen Darsteller für die Hauptrollen gefunden. Beide Männer überzeugen mit einer unaufdringlichen Ausdruckskraft, die uns die Figuren sehr nahe bringt.
Gute Filme brauchen gute Geschichten und wie in diesem Fall gute Musik. Abseits von Actionkrachern, Remakes und Fließbandproduktionen ist „The Music Never Stopped“ eine der leisen Produktion, der man seine Aufmerksamkeit schenken sollte. Man wird mit einer warmherzigen und berührenden Geschichte belohnt.
Der Film ist das Regiedebüt von Jim Kohlberg.
Das Drehbuch basiert auf dem Essay "The Last Hippie" des britischen Neurologen und Schriftstellers Dr. Oliver Sacks. Der Geschichte liegt ein wahrer Fall zugrunde.
| Besucherbewertung |
|---|