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Regie
Jeff Nichols
Drehbuch
Jeff Nichols
Produzenten
Tyler Davidson, Sophia Lin
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 125 min Land USA Kinostart 22.03.2012 Verleih Ascot Elite |
Curtis LaForches Leben ist gut. Das ist mehr, als viele seine Freunde von deren Leben behaupten können. Seine Frau Samantha liebt ihn, seine Tochter Hannah, obwohl taubstumm, ist sein ganzer Stolz. Seine Arbeit in einer Sandgrube ist zwar nicht erfüllend, bringt aber das nötige Geld nach Hause, um teure Untersuchungen bei Hannah durchzuführen. Kurzum: Die Familie kommt über die Runden.
Doch seit kurzem ist etwas neu in Curtis' Leben. Albträume quälen ihn und lassen ihn kaum eine Nacht richtig durchschlafen. Seltsame Halluzinationen kommen erschwerend hinzu. Durch die psychische Erkrankung seiner Mutter befürchtet der Familienvater das Schlimmste - und dann zieht in ihm wirklich ein Sturm auf...
Michael Shannon, Jessica Chastain, Tova Stewart, Shea Whigham, Katy Mixon, Natasha Randall, Ron Kennard, Scott Knisley, Robert Longstreet
Regisseur und Drehuchautor Jeff Nichols erkannte das Talent von Michael Shannon lange bevor der sich mit "Zeiten des Aufruhrs" neben Leonardo DiCaprio und Kate Winslet eine OSCAR-Nominierung erspielte und besetzte ihn bereits 2007 in seinem Filmdebüt "Shotgun Stories". Nun, fünf Jahre danach, kommt Michael Shannon erneut in der Hauptrolle eines Films von Jeff Nichols in die Kinos. Auf zahlreichen Festivals eroberte das stark gespielte Drama Kritiker- und Publikumsherzen und ließ ihn zu einem Geheimtipp des neuen Kinojahres werden. So ganz nachvollziehbar ist das aber nicht. Jeff Nichols setzt ganz auf Effekthascherei und es schert ihn nicht, ob das am Ende zusammenpasst. Die Halluzinationen seines Protagonisten manifestieren sich in Angstzuständen und in fremden Menschen, die ihm seine Tochter entreißen möchten. Dann kommen Vögel ins Spiel und der Sturm, meist in ihm selbst, nimmt immer mehr Raum ein. Die Menschen, die er sieht, spielen irgendwann plötzlich keine Rolle mehr. Dass das ganze elektrisierend ist steht außer Frage - es ist aber auch die erste Stunde geradezu tödlich langweilig. Viel zu lang, viel zu träge erzählt der Filmemacher seine Geschichte, die gegen Ende immer besser und besser wird. Dort angekommen, scheint der Zuschauer zwar versöhnlicher mit diesem Machwerk, ein sehenswerter Festivalfilm oder gar Geheimtipp sieht aber anders aus.
Dennoch hat Jeff Nichols eines geschafft: Er setzte seine zwei Hauptdarsteller grandios in Szene, so dass die scheinbar mühelos über sich hinauswachsen können. Zwar hat Jessica Chastain viel weniger Screentime als Michael Shannon, sie hat aber die stärkeren Szenen und holt alles aus ihnen heraus. Shannon hingegen darf nur einmal richtig aus sich heraus gehen und so seine Zuschauer absolut für ihn begeistern. Den Rest der Zeit ist seine Figur eher ein Schatten ihrer selbst - und daher auch oftmals träge in Szene gesetzt. Dass Shannon seinen Job beherrscht und in die Figur findet, beweist er in diesem Drama aber auf eindrucksvolle Weise.
"Take Shelter - Ein Sturm zieht auf" ist ein stark gespieltes, inhaltlich aber nicht immer überzeugendes Drama. In sich zu selten stimmig ist zudem auch die erste Stunde langatmig und zäh. Dann aber gewinnt der Film an Kraft und Spannung und ein interessantes und packendes Ende zeigen, dass Jeff Nichols in der Lage gewesen wäre, die gesamten zwei Stunden Laufzeit einen spannenden Film zu inszenieren, was er aber tragischerweise nicht geschafft hat.
Auf dem bekannten Sundance Film Festival wurde der Film als bestes Drama nominiert. Er musste sich jedoch gegen den Film "Like Crazy" von Drake Doremus geschlagen geben.
"Take Shelter - Ein Sturm zieht auf" wurde im englischen Original mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.
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